Do., 14.01.2016

In der nächsten Woche beginnt die Kanalerneuerung in der Innenstadt / Zunächst halbseitige Straßensperrung Billerbeck bleibt „Baustellen-City“

In der nächsten Woche beginnt die Kanalerneuerung in der Innenstadt / Zunächst halbseitige Straßensperrung : Billerbeck bleibt „Baustellen-City“

Foto: Detlef Scherle

Billerbeck. Als „BaustellenCity“, wie Ordnungsamtsleiter Alfons Krause es lächelnd formuliert, hat Billerbeck in den vergangenen Monaten schon Furore gemacht. Ab Montag wird‘s nun noch ein bisschen schlimmer. Die Verkehrteilnehmer müssen sich parallel zur Umleitung für die Darfelder Straße auf weitere Behinderungen einstellen. Die Vorboten sind in Form der Baustelleneinrichtung schon am Busbahnhof zu sehen. Die lang geplante Kanalerneuerung beginnt. Bis Mai sollen im ersten Abschnitt rund 700 000 Euro „verbuddelt“ werden, wie Werkleiter Rainer Hein erläutert. Hinzu kommen noch private Investitionen, die je nach Grundstück zwischen 450 und 18 000 Euro liegen – im errechneten Schnitt bei 5148 Euro. „Mit dreißig Prozent werden die privaten Investitionen vom Land gefördert“, erklärt er, dass die Bürger finanziell alles allein stemmen müssen.

Von Detlef Scherle

Insgesamt sind 155 Anlieger betroffen, 20 im ersten Abschnitt. Bei der Stadt werden sie bei der Maßnahme „rundum betreut“, so dass Hein von einem „Null-Sorgen-Paket“ spricht. Auf Wunsch hat die Stadt die Arbeiten, die auf den Grundstücken der Anlieger zu erledigen sind, gleich mit ausgeschrieben, so dass alles Hand in Hand erfolgen kann. Eine umfassendere Betreuung bei einer solchen Maßnahme gebe es nirgendwo im Land, betont er.

400 Meter lang ist der Schmutzwasserkanal, der im ersten Bauabschnitt neu gebaut wird. Hintergrund dafür ist, dass bislang Quell- und Grundwasser, unter anderem aus privaten Drainagen, über den Mischwasserkanal abgeleitet wurden und so ins Klärwerk gelangten. Dieses Wasser, das ja gar nicht geklärt werden muss und im Werk für zusätzlichen (auch finanziellen) Aufwand sorgt, soll künftig mit dem Regenwasser separat ab- und direkt der Berkel zugeführt werden. Über den Kanal, der jetzt neu gebaut wird, soll dann nur noch das „echte“ Schmutzwasser zum Klärwerk geleitet werden. Dafür sind auch auf den privaten Grundstücken bauliche Veränderungen nötig, damit das häusliche Schmutzwasser in den richtigen Kanal fließt. Vorteil für den Bürger, so Hein, sei, dass sie das Grund- und Drainagewasser über den Regenwasserkanal weiter ableiten dürfen. Eine weitere Ableitung in einen Mischwasserkanal hätte die Stadt sonst verbieten müssen. Die Investitionen, verspricht Hein, sind auch so kalkuliert, dass die Abwasser-Gebühren für die Bürger stabil bleiben.

Am meisten profitiert die Umwelt von dem Projekt: Dadurch, dass deutlich weniger und nur noch Schmutz-Wasser (ca. 450 0000 statt bis zu 1,5 Millionen Kubikmeter) im Klärwerk ankommt, kann auch die Abwasserreinigung verbessert werden. Die Folge: Die Schmutzfracht, die am Ende in der Berkel landet, wird kleiner.

Los geht die Maßnahme an der Ecke Coesfelder Straße/An der Kolvenburg (bis Nr. 4). Zunächst sei eine halbseitige Sperrung des Baumgartens vorgesehen, wie Krause betont. Später werden Straßen aber auch noch ganz gesperrt werden müssen. Auf dem Baumgarten soll der Verkehr zunächst ohne Baustellenampel fließen. Sollten sich Probleme einstellen, wollen die Stadt Billerbeck und die bauausführende Firma Nie Tieke aus Emsbüren aber flexibel reagieren. „Dann werden wir etwas ändern“, so Krause. Entscheidend dafür seien die Erfahrungen in der Praxis. Das gilt auch für den ÖPNV, der zunächst weiter unbehelligt den „Gummibahnhof“ anfahren kann. Sollten sich Schwierigkeiten ergeben, werden die Bürger gebeten, sich an die Stadt zu wenden. „Wir finden dann eine Lösung“, so Krause.

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