Fr., 22.01.2016

Defekte Pumpe soll Ursache für Vorfall in einem Stall auf der Beerlage sein / Spezialkräfte im Einsatz Schweine durch Ameisensäure verendet

Defekte Pumpe soll Ursache für Vorfall in einem Stall auf der Beerlage sein / Spezialkräfte im Einsatz : Schweine durch Ameisensäure verendet

Nur in Spezialanzügen können die Feuerwehrleute den Stall betreten. Foto: Stephanie Dircks

Billerbeck (sdi). Rund 200 Schweine sind am Freitag in einem Stall in der Bauerschaft Esking durch den Austritt von einer 80 Prozent konzentrierten Ameisensäure verendet. Ameisensäure ist laut Gefahrgutverordnung eine farblose, ätzende und in Wasser lösliche Flüssigkeit. Sie wirkt in der Konservierung und Ansäuerung von Futtermittel antibakteriell. „In einer ganz geringen Dosierung wird es dem Futter zugeführt. Damit es nicht schlecht wird. Als Konservierungsmittel“, erklärt Hubertus Messing von der Stadt Billerbeck, der in Esking vor Ort war. „So wie es aussieht, ist der Behälter mit der Ameisensäure durch eine defekte Pumpe einfach leer gesaugt worden. Das Ganze hat sich im Vorraum des Stalles verteilt, ist dann durch einen Schacht, durch den eigentlich Wasser gepumpt wird, in die Güllegrube gelaufen und bei den Schweinen als Gas wieder aufgestiegen.“ So etwas könne in jedem Stall passieren, betonte Messing: „Egal, ob klein oder groß.“

Von Stephanie Dircks

Um 10.46 Uhr wurde die Freiwillige Feuerwehr alarmiert. 23 Kameraden aus Billerbeck, Lüdinghausen und Dülmen waren vor Ort und mit sieben Fahrzeugen im Einsatz – darunter auch Spezialeinsatzkräfte, der sogenannte ABC-Zug, des Kreises Coesfeld. Mit Atemschutzgeräten und Chemikalienschutzanzügen ausgerüstet, haben die Kameraden Messungen vorgenommen. „Damit wir wissen, wann wir unbedenklich in den Stall können“, so Kreisbrandmeister Christoph Nolte. „Geht davon keine Gefahr mehr aus, wird die Gülle entsorgt.“ Auch mit der Zugabe von entsprechenden Mitteln der Feuerwehr könne die Gülle neutralisiert und unschädlich gemacht werden.

Vor Ort waren auch Polizei, Veterinäramt und der Hoftierarzt, der kontrolliert hat, ob sich noch lebende Schweine im Stall befanden und eingeschläfert hat.

Entdeckt hatte den Vorfall in dem Schweinestall der Junior-Landwirt des Hofes, so die Freiwillige Feuerwehr Billerbeck mitteilte. Er wurde vorsorglich ins Krankenhaus gebracht, weil er sich kurz im Stall aufgehalten hatte.

Parallel zu diesem Einsatz musste die Freiwillige Feuerwehr am Freitagnachmittag gegen 14.30 Uhr zum St.-Ludgerus-Stift ausrücken. Dort hatte der Rauch von angebranntem Essen die Alarmanlage ausgelöst. Es sei aber nichts weiter passiert, wie die Feuerwehr mitteilte.

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