Mi., 11.05.2016

Gemeinschaftsschule hat für Deutschunterricht mit Flüchtlingen Lernprogramm angeschafft Sprache selber erarbeiten

Gemeinschaftsschule hat für Deutschunterricht mit Flüchtlingen Lernprogramm angeschafft : Sprache selber erarbeiten

Freuen sich über das Sprachprogramm: (v.l.) Lehrerin Christine Cordes, Schulleiterin Barbara van der Wielen, Günter Idelmann (Bürgerstiftung), Norbert Gundt (Bürgerstiftung), Lehrer Sebahati Karabcac und Praktikantin Ria Wilken – hier mit einigen Schülern. Foto: Stephanie Dircks

Billerbeck. Eine freundliche Frauenstimme ertönt aus dem Lautsprecher. Langsam und deutlich sagt sie: „Ich stehe nah bei der Brücke.“ Die Arpine wiederholt den Satz, tippt ihn ein, hört sich ihn noch einmal an. Ein grünes Häckchen erscheint. Alles richtig gemacht. Sie lächelt. Direkt ist die nächste Übung dran.

Von Stephanie Dircks

Die 15-Jährige aus Armenien gehört zu den 33 Kindern, die an der Gemeinschaftsschule Deutsch als Fremdsprache lernen. „Darunter sind aber auch Schüler aus dem EU-Ausland und Sri Lanka, die mit ihren Familien nach Billerbeck gezogen sind. 28 Kinder mit Flüchtlingshintergrund werden hier beschult“, sagt Schulleiterin Barbara van der Wielen. Die Schule hat dafür extra ein Selbstlernprogramm für Deutsch angeschafft. Finanzielle Unterstützung für das Sprachprogramm gab es von Gelsenwasser mit 2000 Euro, von der Bürgerstiftung mit 3700 Euro und vom Förderverein der Geschwister-Eichenwald-Realschule und der Gemeinschaftsschule mit 500 Euro. Angeschafft wurden davon die Lizenz, die für ein Jahr gilt, und Notebooks. Bei der Installation hat der Schulträger, die Stadt, die Schule unterstützt.

Die Schüler kommen aus Ländern wie unter anderem Syrien, Afghanistan, dem Libanon und Irak. Elf lernen zusammen in einem Klassenverband Mathe, Sport und eben Deutsch. „Wenn wir das Gefühl haben, dass sie so weit sind, kommen sie in die Regelklassen“, so Barbara van der Wielen. Sie haben die unterschiedlichsten Sprachkenntnisse. „Einige sind alphabetisiert, andere noch nicht“, sagt Lehrerin Christine Cordes. Sie lernen anhand von Wort-Bild-Kombinationen Deutsch – mit Klicken, Schreiben, Hören, Sprechen, Lesen. Verschiedene Lektionen, die wiederum in verschiedenen Einheiten unterteilt sind, stehen dabei auf dem Programm.

„Die Schüler müssen sich es selbst erarbeiten und mindestens für eine Lektion 95 Prozent erreichen. Sonst müssen sie es wiederholen“, so Lehrer Sebahati Karabcac. „Die Schüler sind seit vier Wochen dabei und sind richtig gut. Es macht ihnen auch richtig viel Spaß.“ Das Sprachprogramm habe sich rentiert. Barbara van der Wielen: „Ich fände es toll, wenn wir dieses Programm für alle Fremdsprachen hätten. Aber das ist Zukunftsmusik.“

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