Mi., 18.10.2017

Billerbeck und Havixbeck arbeiten zusammen / Räume bei Sitzung politischer Ausschüsse besichtigt Arbeitsgruppe für Schulentwicklung geplant

Billerbeck und Havixbeck arbeiten zusammen / Räume bei Sitzung politischer Ausschüsse besichtigt: Arbeitsgruppe für Schulentwicklung geplant

Besichtigung eines Klassenraumes: Thomas Wischnewski (l.) präsentiert die Räumlichkeiten der Geschwister-Eichenwald-Schule. Foto: Stephanie Dircks

Billerbeck/Havixbeck. Eine interkommunale Arbeitsgruppe soll entstehen. Zwischen Billerbeck und Havixbeck. Bestehend aus Verwaltungen und Politikern. Für die Bildung eines Teilstandortes der Havixbecker Anne-Frank-Gesamtschule (AFG) in Billerbeck. „Eine schlagkräftige Gruppe, die den Prozess begleitet“, so Monika Böse (Gemeinde Havixbeck). „Wie gestalten wir die Schulträgerschaft? Wer übernimmt welche Kosten? Wie garantieren wir, dass wir an beiden Schulstandorten die gleiche Qualität haben“, erläuterte Bürgermeisterin Marion Dirks die Themen, mit denen sich der Arbeitskreis auseinandersetzen muss. Schnell soll gestartet werden – in oder direkt nach den Ferien. „Weil wir ein vorgezogenes Anmeldeverfahren haben, müssen wir einen entsprechenden Vorlauf haben, damit wir die Anträge bei der Bezirksregierung stellen können“, so Böse.

Von Stephanie Dircks

Thema war dies bei einer gemeinsamen Sitzung der Schulausschüsse aus Billerbeck und Havixbeck in der Mensa der Geschwister-Eichenwald-Schule, an der auch zahlreiche Lehrer und Eltern teilgenommen haben. Gestartet wurde mit einer Besichtigung der beiden Schulgebäude. „Ich bin sehr begeistert“, so Margarete Schäpers (SPD Havixbeck). Jürgen Thomaßen vom gleichnamigen Planungsbüro aus Köln, das von der Gemeinde Havixbeck den Auftrag bekommen hat, eine Planung für die Schulen zu entwickeln, stellte erste Prognosen vor.

Die AFG wird derzeit von vielen Kindern aus Münster besucht. Auch Billerbecker gehen dort zur Schule. In den vergangenen Jahren ist die Zahl der Billerbecker von 75 (2011/12) auf 62 (2017/18) gesunken. „Im Großen und Ganzen bleibt es auf dem gleichen Niveau“, so Thomaßen. Knapp über 1000 Schüler besuchen die AFG. Der Planer prognostizierte, dass bis 2023/24 die Zahl in Folge sinkender Geburtenraten auf rund 910 zurückgehen und sich damit die Klassenanzahl von jetzt 38 auf 36 reduzieren könnte.

Die Schülerzahlen der Geschwister-Eichenwald-Schule haben rapide abgenommen. Zu Zeiten von Haupt- und Realschule gab es rund 700 Schüler. „Im letzten Jahr gerade mal 411“, so Thomaßen. Das liege nicht nur an sinkenden Geburtenzahlen, sondern viel mehr daran, dass die Schule an Attraktivität verloren habe.

Die AFG könne bis 2027/28 vierzügig, in einzelnen Jahren vielleicht mal nur dreizügig sein. Die Zahl der Schüler aus anderen Orten, die die AFG besuchen, liegt im Durchschnitt bei 540. „Wenn im Nordosten von Münster eine Gesamtschule errichtet wird, ist ein deutlicher Schülerrückgang möglich“, so Thomaßen. „Das wird sich dann aber erst sechs bis sieben Jahre nach der Errichtung auswirken.“

Auch der Raumbedarf war Thema. Zieht die Gesamtschule mit der Jahrgangsstufe 10 aus den Räumen der Havixbecker Grundschule, die sie bezogen hat, aus, dann ergebe sich ein Raumbedarf von fünf Klassen. Zudem gebe es Bedarf an Verwaltungsräumen, Lehrerarbeitsraum, Schülerfreiarbeitsraum und vier Differenzierungsräumen. Der Gesamtbedarf beläuft sich auf 665 Quadratmeter. Die Kosten für die Erstellung der Räume würden sich auf rund 1,9 Millionen Euro belaufen – alles eine grobe Schätzung. Die Billerbecker Schule hingegen habe eine ausgezeichnete Raumsituation. Die Schule ist zwar derzeit zweizügig, werde sich davon aber erholen, wenn in der Elternschaft die Kenntnis da ist, dass am Teilstandort der AFG „auch das Abitur gemacht werden kann“, so Thomaßen. Künftig könnten nach ersten Schätzungen rund 800 Schüler in Havixbeck und 500 Schüler in Billerbeck beschult werden. Klaus Lippert (SPD Havixbeck) erkundigte sich, wie das Pendeln der Lehrer zwischen den zwei Standorten erfolgen soll. „Das kann man nicht eben in der Pause erledigen, sondern da braucht es eine Freistunde“, so Thomaßen.

Der Havixbecker Schulausschuss hat einstimmig beschlossen, dass die Schulentwicklungsplanung fortgeführt werden soll und die Nachbarkommunen beteiligt werden. Der Billerbecker Ausschuss hat dies zur Kenntnis genommen. In einer Sondersitzung des Rates am 9. November soll die Schulentwicklungsplanung endgültig auf den Weg gebracht werden.

Google-Anzeigen
Anzeige


http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5235370?categorypath=%2F2%2F798623%2F798631%2F947609%2F