So., 29.10.2017

Training für Flüchtlinge am Sportzentrum „Helker Berg“ / 20 Sportfreunde kicken Fußballfreunde aus aller Welt

Training für Flüchtlinge am Sportzentrum „Helker Berg“ / 20 Sportfreunde kicken: Fußballfreunde aus aller Welt

Jede Woche treffen sich hier 20 Sportsfreunde aus Eritrea, Nigeria, Marokko, Syrien und Irak auf dem Ascheplatz am Sportzentrum „Helker Berg“, um das runde Leder zu jagen. Foto: Ulla Wolanewitz

Billerbeck. Wenn das Flutlicht strahlt, kommen sie zum „Helker Berg“: Die Fußballfreunde aus aller Welt. Jeden Montagabend treffen sich hier 20 Sportsfreunde aus Eritrea, Nigeria, Marokko, Syrien und Irak, um das runde Leder zu jagen. Detlef Thiemann, Wolfgang Albert und Ulli Stratmann sind diejenigen, die auf Anregung von der Flüchtlingsinitiative „Hiergeblieben“ das Training für Flüchtlinge vor zwei Jahren in Angriff genommen haben. Timo Ahlers, der neue Bundesfreiwilligendienstler der Stadtverwaltung, und Christoph Kuttenkeuler sind die zwei, die zurzeit überwiegend das Training begleiten. Mit „Moin, Tach, hey“ und kameradschaftlichem Handschlag begrüßen sich die Kicker, bevor sie die Fußballschuhe schnüren, sich auf den Ascheplatz begeben und sich dannerstmal eine Viertelstunde warm machen.

Von Ulla Wolanewitz

Die Sportler sind zwischen 18 und 43 Jahren. Es gibt zwar auch noch jüngere Anwärter, aber „das macht keinen Sinn, die dazwischen zu haben. Wenn die Erwachsenen sich auspowern, ist das zu riskant“, erklärt Ulli Stratmann. Alle verständigen sich miteinander auf Deutsch, weil im Nebeneffekt natürlich auch die Sprache gelernt werden soll. „Morgens Schule, abends Schule“, flachste ein Teilnehmer als neulich für das Team vorm Training eine Viertelstunde Theorie mit deutschen Begriffen angesagt war.

Dekan Dalzer gefällt dieser Sport-Spaß „sehr, sehr gut“. Er kommt aus dem Irak und lebt seit 20 Monaten in Deutschland. Er spielt unter anderem bereits beim DJK-VfL in der dritten Mannschaft und fühlt sich sehr wohl unter den Kumpel. Er weiß mit guter Kondition zu trumpfen. Und die kann er auch für seine Position „links-außen“ gebrauchen, denn das ist bekanntlich nicht die Leichteste.

Saligh Yussef Hussein gehört mit seinen 43 Jahren schon zu den älteren Kickern. „Das ist wunderbar und macht viel, viel Spaß“, lobt der Kurde aus dem Irak dieses Angebot, das er regelmäßig und gerne wahrnimmt. Seinen achtjährigen Spross Deldah reizt es auch immer wieder ungemein, sich unter die Erwachsenen zu mischen. Aber da bleibt Ulli Stratmann mit seinem fürsorglichen „Nein“ konsequent.

„Wir sind hier multikulti“, freut´s Wengel Negede. Der Eritreer ist seit zwei Jahren in Deutschland. Von Beruf ist der 33-Jährige Krankenpfleger. Aber ohne die fehlenden Dokumente kann er hier leider nicht als solcher arbeiten. Glücklicherweise konnte er aber unlängst eine Ausbildung im gleichen Bereich in den Christophorus-Kliniken in Coesfeld beginnen. Dann ist er natürlich auf dem Platz umso mehr prädestiniert für die Erste Hilfe. „Aber besser ist immer, wenn nix passiert“, schmunzelt er.

Das Trainerteam könnte gut noch Unterstützung gebrauchen. „Damit sich der Einsatz auf mehrere Schultern verteilt“, so Ulli Stratmann. Wer Lust dazu hat, kann sich bei Timo Ahlers melden, Tel. 0152/28640228.

Google-Anzeigen
Anzeige


http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5255744?categorypath=%2F2%2F798623%2F798631%2F947609%2F