Mo., 18.12.2017

Konzert der „Brukteria Pipes and Drums“ in Gerleve / 400 Zuhörer beeindruckt vom vielseitigen Programm Kiltträger verbreiten Weihnachtsstimmung

Konzert der „Brukteria Pipes and Drums“ in Gerleve / 400 Zuhörer beeindruckt vom vielseitigen Programm: Kiltträger verbreiten Weihnachtsstimmung

Das Programm der „Brukteria Pipes and Drums“ umfasste insgesamt 21 sehr gut ausgewählte Titel, die die 400 Zuhörer begeisterten. Foto: Ulla Wolanewitz

Billerbeck. Die Abteikirche Gerleve ist sicherlich keine „Highland Cathedral“. Wenn dort aber Dudelsäcke in Bewegung gebracht werden, schwingt dieser Eindruck wohlwollend mit. Dudelsackklänge sind nicht unbedingt jedermanns Sache. Müssen sie auch nicht. Wer sich aber auf ein Konzert mit diesen Instrumenten einlässt, wird reichhaltig belohnt. Zum dritten Mal spielten die „Brukteria Pipes and Drums“ ein Weihnachtskonzert in der Abteikirche Gerleve. „Sie geben ihre Puste für diejenigen, die unter Atemnot leiden“, erklärte Pater Dr. Daniel Hörnemann in der Anmoderation für das Benefizkonzert zu Gunsten des Vereins „Mukoviszidose e.V.“.

Von Ulla Wolanewitz

Ausverkauft war das Konzert. Pater Hörnemann: „Es ist ein tolles Phänomen, wenn die Kirche zu klein wird.“ Allerdings machte er auch keinen Hehl daraus, dass es so ein Konzert in dieser Form nicht wieder geben wird. Die Tatsache, dass die Karten sehr schnell vergriffen waren, hat „uns und einigen Brukteria-Mitgliedern sehr viel Unmut und Ärger eingebracht. Ein unglaublicher Tumult, bis hin zu einer Beanstandung bei der bischöflichen Beschwerdestelle“, so Pater Daniel Hörnemann. Kaum zu glauben, dass „Our journey to Christmas – Eine Reise nach Weihnachten“ so etwas auszulösen vermag. Die 400 Zuhörer, die dieses äußerst abwechslungsreiche und vielseitige Programm genießen durften, zeigten sich schwer beeindruckt. Was sich in reichlich Applaus und den stehenden Ovationen am Ende widerspiegelte.

Den feierlichen Auftakt gaben die 17 Kiltträger der Brukteria mit ihrem Einzug – von hinten durch das Mittelschiff in den Altarraum – mit einem altbekannten Klassiker: Der inoffiziellen Nationalhymne „Scotland the brave“. Überhaupt gab es einige vertraute Melodien wiederzuerkennen, denen sie in ihrer Version – gespielt auf Dudelsackpfeifen und Trommeln – eine ganz besondere Note verliehen. Darunter „Adeste fideles (Nun freut euch, ihr Christen)“, „Es ist ein Ros´entsprungen“ und „Auld lang Syne (Gute alte Zeiten)“.

Pater Daniel Hörnemann bereicherte das Programm mit seiner informativen und unterhaltsamen Moderation, inklusive historischer Anekdoten. So soll ein kanadischer Offizier, der 1944 von Deutschen in Italien eingekesselt war, zur Verstärkung sechs Panzer und einen Dudelsackpfeifer angefordert haben. Auch sang der Pater im Trio mit Klaudia Dederichs und Lisa Juhl einige Titel, begleitet von Rochus Schmitz an der Orgel. Fantastisch auch die Stücke von Maria Christine Kramer an der Harfe.

Die wunderbare Hymne an die Brüderlichkeit „I am dreaming of home“ intonierten zunächst die Piper. Anschließend begleitete die Harfinistin das Gesangstrio – teilweise unterstützt von Rochus Schmitz – bei diesem Lied aus dem Antikriegsfilm „Joyeux Noël“. Es beschreibt die Sehnsucht der Soldaten in den Schützengräben nach ihrer Heimat und der Brüderlichkeit, den „kleinen Frieden inmitten eines großen Krieges, der nicht ihrer ist“, so Pater Daniels Erläuterung.

Wen es nach den ersten zehn Liedern noch nicht berührt oder ergriffen hatte, den sollte es spätestens bei „Amazing Grace“ treffen. Den Text dazu lieferte John Newton 1773. Dahinter verbirgt sich seine Geschichte der Bekehrung vom Sklavenverschiffer zum Pfarrer, der sich anschließend für die Abschaffung des Sklavenhandels einsetzte.

Das Programm umfasste insgesamt 21 sehr gut ausgewählte Titel. Nach entsprechendem Beifall und dem Dankesreigen verabschiedeten sich die Brukterianer so wie sie gekommen waren: durch das Mittelschiff marschierend, diesmal „Muss I denn zum Städtele hinaus“ spielend.

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