So., 07.01.2018

Fidelio Theatergesellschopp erntet stürmischen Applaus für gelungene Premiere / Trockene Kommentare Grummeliger Bauer verwirrt mit „Doktorwissen“

Fidelio Theatergesellschopp erntet stürmischen Applaus für gelungene Premiere / Trockene Kommentare: Grummeliger Bauer verwirrt mit „Doktorwissen“

Mit „Dat Doktorbook“ bescherten die Fidelio-Darsteller – im Bild (v.l.) Liesbeth Krumhus, August Timpe und Christof Julius Grube – ihrem Publikum erstklassige Unterhaltung. Fotos: emk Foto: az

Billerbeck. „Dat Doktorbook“ ist „‘ne Kommelge in drei Deel von Jens Exler“, so stand es auf dem Flyer zur Premiere auf der Bühne der Alten Landwirtschaftsschule in Billerbeck. Zur Premiere des neuen Stücks der Fidelio Theatergesellschopp am Samstag kamen bereits rund 100 Besucher.

Von Elvira Meisel-Kemper

Heinz Tenholte spielte den grummeligen Bauer August Timpe, der durch den Kauf des „Doktorbooks“ beim Reisenden Christof Julius Grube, wunderbar verkörpert von Spielleiter Felix Ahlers, zum chronisch Kranken wurde. Da geriet das gemalte Bühnenbild mit der idyllischen Ansicht von Billerbeck zur Folie. August Timpe war ein Pfennigfuchser vor seiner scheinbaren Erkrankung. Schmale Kost für Knecht Jans Schaiper (Gerhard Middendorf), der fürchtete zum Vegetarier zu werden, und die Schufterei der „Denstwicht“ Liesbeth Krumhus (Anja Löderbusch) löste mit entsprechenden Kommentaren der beiden Heiterkeit beim Publikum aus. Die Antreiberei von August Timpe und seiner herrischen Frau Berta Timpe (Annette Uphues) ebenfalls.

Doch was wäre eine Komödie ohne weitere Verwicklungen. Abgeklärt nahm ihre Tochter Frieda Timpe (Barbara Dumonti) die Kommentare ihrer Eltern hin. Frieda hatte allerdings nur ein Ziel vor Augen. Sie wollte des „Naobers Suohn“ Gerd Imhoff (Heiner Evers) endlich heiraten. Doch das lehnten ihre Eltern strikt ab. Sie beschimpften ihn als Mörder, da er angeblich den Hofhund Senta der Timpes vergiftet haben soll. Imhoff wies das immer wieder weit von sich und buhlte weiter um die Gunst der zukünftigen Schwiegereltern.

Immer wieder musste das Publikum lachen über die trockenen Kommentare von Imhoff, Frieda Timpe und Schaiper. Alle Drei nahmen die plötzlichen Erkrankungen des Bauern Timpe nicht ernst. Bauer Timpe wurde immer öseliger, knöteriger und wunderlicher. Er wurde buchstäblich zum Häufchen Elend, der andere mit seinem „Doktorwissen“ genauso behandelte wie sich selbst.

Als Grube der einfältigen Liesbeth unnütze Bücher verkaufte, wodurch sie ihre 500 Euro Ersparnisse opferte, und sie mit falschen Versprechungen in die Stadt locken wollte, griffen Schaiper und Imhoff zur Selbsthilfe. Eingesperrt in einen Schweinestall musste Grube das Geld wieder rausrücken. Das „Doktorbook“ wurde Bauer Timpe mit Hilfe von Irma Bruhns (Silke Meyer), „Friedas Fröndin“, abspenstig gemacht. Letztlich gab es ein Happy End. Nur welches, das muss der Besucher selbst herausfinden. Nach dem stürmischen Schlussapplaus sangen die acht Akteure mit ihrer Souffleuse Ulla Nattler und dem Publikum das „Westfaolenleed“ – so wie immer. Und gefallen hat es allen – so wie immer.

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