„VerA“-Begleiter unterstützen als berufserfahrene Mentoren ihre Paten / Kooperation mit „Hiergeblieben“
Ausbildungsabbrüche verhindern

Billerbeck. 25 Prozent der Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die eine berufliche Ausbildung anfangen, brechen diese ab. „Das sind jedes Jahr bundesweit gut 140 000“, nennt Sabine Smarsli diese erschreckende Zahl. Aber mehr noch: Etwa 70 000 von ihnen nehmen das Ziel Ausbildungsberuf nie wieder in Angriff. „VerA“ soll diesem unliebsamen Ergebnis entgegenwirken. Hinter „VerA“ verbirgt sich keine Autorität, die Unorientierten Beine machen will, sondern vielmehr ein kostenfreier Service.

Montag, 12.02.2018, 08:36 Uhr

„VerA“-Begleiter unterstützen als berufserfahrene Mentoren ihre Paten / Kooperation mit „Hiergeblieben“: Ausbildungsabbrüche verhindern
Foto: Ulla Wolanewitz

„VerA“ ist eine Initiative des Senior Experten Service (SES). Sie wird im Rahmen der Initiative Bildungsketten vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert. Die Abkürzung „VerA“ steht für die „Verhinderung von Ausbildungsabbrüchen“. Berufserfahrene Freiwillige unterstützen in individuellen 1:1-Tandems Auszubildende, die Schwierigkeiten in ihrer Ausbildung haben. Unabhängig von Alter, Herkunft oder beruflicher Richtung.

Sabine Smarsli hat sich vor knapp zwei Jahren dem SES angeschlossen. Sie selber ist gelernte Elektro-Ingenieurin und hat diesen Beruf immer mit viel Spaß ausgeübt. „Ich finde es sehr schade, wenn Jugendlichen zwischendurch die Luft ausgeht. Denn technische Berufe sind etwas ganz Feines“, erklärt die Billerbeckerin. „Mangelndem schulischen Grundwissen kann man durch Nachhilfe und gutes Mentoring oftmals entgegen wirken.“ Aus diesem Grund engagiert sich sie sich im SES. Unlängst gab sie einem jungen Mechatroniker Starthilfe für die Zwischenprüfung. Mit Erfolg. Der junge Mann arbeitet sich nun – auch an Selbstbewusstsein gestärkt – an die Abschlussprüfung heran. Heißt: Dieses Konzept ist sehr nachhaltig angelegt. Das größte Problem, dass ihm aktuell innewohnt, ist die Tatsache, dass es weniger Senioren und Fachleute gibt, als benötigt werden. Dabei geht es nicht allein um die Vermittlung von Fachwissen. „Neben den Vorbereitungen auf die Prüfungen können berufserfahrene Mentoren ihren Paten auch auf den Weg helfen, was Sozialkompetenz, Konfliktlösung und Selbstbestätigung anbelangt“, weiß Sabine Smarsli. Deswegen rührt sie für den SES gerne die Werbetrommel. Auch in Billerbeck gibt es Jugendliche, die diesbezüglich Unterstützung gebrauchen könnten.

Unter anderem ist sie im Arbeitskreis vom „einLaden“ aktiv, womit gleichzeitig auch die Kooperation zur Flüchtlingshilfe „Hiergeblieben“ gegeben ist. „Hiergeblieben“ ist es gelungen, bislang elf Menschen in Ausbildungen zu vermitteln. Einige von ihnen nutzen das EQJ – das Einstiegs-Qualifikationsjahr. „Für sechs Auszubildende haben wir beim SES einen Antrag zur Unterstützung gestellt“, erklärte Maria Schlieker von „Hiergeblieben“. Die Anträge gehen in diesem Fall an die zentrale Koordinationsstelle in Bonn, die den entsprechenden Mentor in der Region sucht. Das Angebot ist für den, der Unterstützung benötigt, kostenfrei. Nur eines ist auch klar: „Bildung muss man wollen. Aber jemandem auf die Spur helfen zu können, der dann als Fachkraft gutes Geld verdienen kann, ist doch ein klasse Gefühl“, so Sabine Smarsli. Mentoren werden aber nicht nur für technische Ausbildungsberufe gesucht. Weitere Informationen zu „VerA“ gibt Sabine Smarsli gerne unter Tel. 02543/9312000 oder per E-Mail an muenster@vera.ses-bonn.de.

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