Di., 04.11.2014

Konzert des Städtischen Musikvereins in der Bürgerhalle Ansprechende Wiedergabe

coesfeld. Die Sinfonie der Sinfonien: als eines der populärsten Werke der Musikgeschichte bleibt Beethovens Fünfte über alle Mythen und Programme hinweg eine wundervolle Musik. Gestützt auf einen sicheren Bekanntheitsgrad, was einen gewissen Anspruch mit sich bringt, lässt sich dieses Stück Musik mit Behaglichkeit genießen. Das taten die Zuhörer in der Bürgerhalle, die in einer Konzertveranstaltung des Städtischen Musikverein dieses Werk, gespielt von der Jungen Philharmonie Ruhr unter der Leitung von Armin Klaes, verfolgen konnten.

Von Ulrich Wesseler

Beethoven übt sich in dieser Sinfonie mit dem unverwechselbaren Vier-Ton-Motiv nicht in Bescheidenheit - das Orchester auch nicht. Mit Streichern, Holz- und Blechbläsern ausreichend besetzt führte die spannungsgeladene Durchführung des ersten Satzes, die Variationen des zweiten und das Menuett des dritten unmittelbar in das strahlende C-Dur des Finale. Ein Optimum des Ausdrucks!

Nach diesem verheißungsvollen „Vorprogramm“ erschien Mendelssohns Sinfonie Nr. 2, mit dem Untertitel „Lobgesang“ für Soli, Chor und Orchester. Doch auch hier kommen noch drei respektable Sätze, bis der große Moment da ist: „Alles, was Odem hat, lobe den Herrn!“ Ein präsentes Motiv durchzieht dieses Werk, das für die großbürgerlichen Musikvereinigungen des 19. Jahrhunderts geschaffen wurde und auch heute noch erfolgreich vermittelt werden kann.

In ihren anspruchsvollen wie dankbaren Teilen verbinden sich prachtvolle Chorsätze, sanfte solistische Partien, gewaltige Klangballungen in sinfonischen Steigerungen mit einer angenehmen Süße und Innigkeit des Ausdruckes. Diese Aufgaben stellten für den Chor des Städtischen Musikvereins offensichtlich kein Problem dar, die geschulten Sängerinnen und Sänger bewegten sich mühelos in hohen Lagen, konnten exzessive Kraftausbrüche sowie zarte Sätze mit sattem Klang darstellen. Eindrucksvoll das sehr breite „Die Nacht ist vergangen“ verbunden mit dem unmittelbaren „Nun danket alle Gott“! Allerdings wurden die hinten stehenden Vokalisten vom Orchester mit seiner starken romantischen Besetzung bisweilen zugedeckt.

Neben dieser in mehrfacher Hinsicht guten Chorleistung zeigten sich die Gesangssolisten in bester Verfassung: Tenor Ovidiu Purcel, Lisa Griffith und Bettina Denner, Sopran. Eine ausgesprochene Wohlfühl-Atmosphäre schufen die beiden Soprane mit dem ergänzenden Chor in dem Duett „Ich harrete des Herrn“.

Armin Klaes als vorzüglicher leidenschaftlicher Dirigent führte den großen Klangapparat sicher und beschwingt und verhalf so dem Werk zu einer ansprechenden Wiedergabe.

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