Mi., 20.01.2016

Bill Mockridge erheitert Publikum im Konzert Theater mit Strategien gegen das Altern Aus dem Leben gegriffen

Bill Mockridge erheitert Publikum im Konzert Theater mit Strategien gegen das Altern : Aus dem Leben gegriffen

Auch in der Pause und nach der Vorstellung widmet sich Bill Mockridge (l.) zugewandt und mit Vergnügen seinem Publikum. Foto: Ursula Hoffmann

Von Ursula Hoffmann

Von Allgemeine Zeitung

Coesfeld. Dass es nicht unbedingt eine Sache des Alters ist, wie frisch man im Kopf ist, beweist Bill Mockridge mit seinem unterhaltsamen Programm „Alles Frisch?!“ im Konzert Theater. Mit ansteckender Lebensfreude und augenzwinkernder Ironie nimmt er sein Publikum vom 18-jährigen Saalküken Leandra bis zum 83-jährigen Alois (die Alterszusammensetzung fragt er zu Beginn erst mal ab) mit auf eine Reise durch die Tücken des Alters, die gespickt ist mit witzigen Anekdoten von hohem Wiedererkennungswert. Wer Mockridge als doch eher besonnenen Erich Schiller aus der Fernsehserie „Lindenstraße“ kennt, mag Schwierigkeiten haben, sich ihn in einem abendfüllenden Kabarett vorzustellen.

Wer anderseits seine Frau, die in Rom geborene Kabarettistin Margie Kinski kennt (Bill: „Sie ist sehr temperamentvoll und hat das Sternbild Stier – wenn sie rot sieht, willst du kein Torero sein.“) und weiß, dass die beiden sechs Söhne haben („Ich hab alles ausprobiert, Socken angelassen, Vollmond abgewartet, rosa Schleifchen ins Haar gebunden…“), der wundert sich nicht, dass in diesem trubeligen Alltag reichlich Material für ein aus dem Leben gegriffenes Kabarett zu finden ist. So spickt Bill sein Programm mit witzigen Erlebnissen und bringt seine weisen Alters-Erkenntnisse, schlitzohrig verpackt in kreative Wortspiele, körperlich so agil auf die Bühne, dass man ihm die knarzenden „Altmännergeräusche“ beim Hinsetzen nicht recht abnehmen mag. „Männer und Frauen altern anders“, hat er zum Beispiel sehr treffend erkannt. Frauen schauen ständig in den Spiegel und achten gut auf sich, ein Mann betrachtet sich mit 18 Jahren intensiv, und dieses positive Bild brennt sich auf seine Festplatte, so dass er für die nächsten 30 Jahre nichts anderes mehr braucht.

Für Bill brach dieses „Kartenhaus am 50. Geburtstag zusammen“, da nämlich bescheinigte ihm seine Frau, „du wolltest immer aussehen wie Sean Connery. Jetzt hast du es geschafft“. Und auf einen Spaziergang gibt sie ihm Mütze, Handy und Organspende-Ausweis mit. Aber natürlich hat Mockridge Wege gefunden, Geist und Körper frisch zu halten, und daran lässt er das Publikum gerne teilhaben. So schildert er sehr humorvoll seine Erfahrungen im Fitnessstudio und beim Nackt-Yoga (wo sich natürlich nur alte Männer eingefunden haben), lässt sich aus über Botox und Bio-Lifting und erheitert mit einem Exkurs durch diverse Diäten von der Sauerkrautsaft-Diät über Almased bis zur magischen Kohlsuppe. Bei all diesen Experimenten hat er sein persönliches Jungbrunnen-Rezept gefunden: Laufen (dreißig Minuten am Tag), laben (alles, aber nur die Hälfte), lernen, lieben und lachen. Es wirkt, wie der Abend gezeigt hat.

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