So., 01.05.2016

Knapp 100 Zuhörer bei Kundgebung auf dem Marktplatz / „Schnellere Arbeitserlaubnis“ Viel Solidarität zum 1. Mai

Knapp 100 Zuhörer bei Kundgebung auf dem Marktplatz / „Schnellere Arbeitserlaubnis“ : Viel Solidarität zum 1. Mai

Heinz Dickhoff (l. Vorsitzender des DGB-Ortsverbands) begrüßte ab 2.v.l. Ulrich Hampel (SPD-MdB), André Stinka (SPD-MdL), Mechthild Büning (Bezirksvorstand KAB), Gerrit Tranel (Stellv. Bürgermeister), Friedrich Ostendorf (Grüne-MdB), Helge Adolphs (Geschäftsführer der Gewerkschaft Nahrung - Genuss - Gaststätten Münsterland). Auf dem Bild fehlt Karl Schiewerling (CDU-MdB). Foto: Ulrike Deusch

Coesfeld. „Schweigen ist nicht immer Gold“ – singt die Gruppe „Radikale Phantasie“ aus Duisburg auf dem Marktplatz, ruft auf zum Protest gegen Rassismus und Fremdenhass und macht deutlich, dass das Flüchtlingsthema auch bei den Gewerkschaften und in ihrem sozialpolitischen Engagement angekommen ist. Knapp 100 Menschen haben sich zur Mai-Kundgebung eingefunden – die meisten von ihnen Amtsträger und Funktionäre – und hören unter wehenden Fahnen, wie vielfältig das Thema „Zeit für mehr Solidarität!“ verstanden werden kann.

Von Ulrike Deusch

Stellvertretender Bürgermeister Gerrit Tranel stellt das Flüchtlingsthema in den Fokus seiner Ansprache. „Hier ist Solidarität aktueller denn je“, sagt er. Gemeinschaftsgeist und gegenseitige Hilfsbereitschaft seien nötig, um den Herausforderungen gerecht zu werden. Mechthild Büning, vom Bezirksvorstand der KAB, nimmt den Fall des Mai-Feiertages auf einem Sonntag zum Anlass, dessen Schutz und Solidarität mit den Arbeitnehmern zu fordern. Der Sonntag sei „Symbol dafür, dass Leben mehr bedeutet als Arbeit.“ Er diene der Pflege des Gemeinschafts- und Familienlebens.

Den großen Bogen schlägt Helge Adolphs mit seiner Forderung nach mehr Solidarität zwischen Einheimischen und Geflüchteten, sozial Starken und Schwachen, Arbeitnehmern untereinander, Erwerbstätigen und Rentnern. Er fordert eine schnellere Arbeitserlaubnis für Flüchtlinge zur besseren Integration und spricht deutliche Worte gegen rassistische Hetze und rechte Gewalt: „Unerträglich sind diejenigen, die Ängste schüren.“ Mit Sorge beobachtet er das Auseinanderdriften von Arm und Reich in Deutschland, fordert höhere Steuern auf große Einkommen und „mehr Solidarität in den Betrieben.“ Er wettert gegen Werkverträge und Leiharbeit und lobt den Mindestlohn: „Er hat mehr sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze geschaffen.“

DGB-Ortsverbandsvorsitzender Heinz Dickhoff ist am Ende mit der Kundgebung zufrieden – und „Radikale Phantasie“ spielt noch eine Stunde.

Google-Anzeigen
Anzeige


http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/3974299?categorypath=%2F2%2F798623%2F798631%2F947601%2F