So., 08.05.2016

Besucher genießen auf der Bühne unter dem Berkeldeckel Musik, Bilder und Lesungen Eintauchen in die Unterwelt

Besucher genießen auf der Bühne unter dem Berkeldeckel Musik, Bilder und Lesungen : Eintauchen in die Unterwelt

Dorothee Stennecken und Georg Hallekamp begeisterten auf der unterirdischen Bühne. Die Atmosphäre der in rot getauchten Berkel unterstützte dies (kl. Foto). Fotos: ho Foto: az

Coesfeld. Was für eine bestechende Idee – im „BerkelEventRaum“ den Fluss „Drunter und Drüber“ mit allen Sinnen erleben, eintauchen in die Unterwelt, sich betören lassen von Musik, Filmen, Geschichten, Bildern und Poesie.

Von Ursula Hoffmann

Auf dem Parkplatz der Liebfrauenschule steht ein großes Zelt, in dem man sich über die Berkel als A-Projekt der Regionale 2016 informieren kann, Bier und Eis sorgen an diesem ersten richtig warmen Wochenende für Abkühlung. Wer allerdings – ganz bequem über Metallstufen – den Abstieg zum unterirdisch laufenden Fluss wagt, der tut gut daran, einen Pullover dabei zu haben. Oder er wärmt sich an den romantisch rot schimmernden Kronleuchtern, die die Berkel bis zur nächsten Kurve beleuchten. Oder an der bestechend schönen Musik, mit der Dorothee Stennecken auf verschiedenen Querflöten und Georg Hallekamp mit Gitarre das Publikum auf der unterirdisch aufgebauten Bühne begeistern. Gesungene Balladen, feuriger Rock, träumerisch-melodische Klänge aus Irland, Libertango oder ein beschwipster Whisky-Song – das breit gefächerte Repertoire des außergewöhnlichen Duos lässt keine Wünsche offen. „Eine tolle Atmosphäre, mit dem Plätschern, dem Licht und der hallenden Akustik“, freut sich eine Zuhörerin. Zwischendurch gibt es kleine Filme, etwa eine nachgestellte Verfolgungsjagd nach dem Vorbild „Der Dritte Mann“, bei dem es ohne Furcht vor nassen Füßen kreuz und quer durch die Unterwelt geht.

Der sehr urige Ort ist auch bestens geeignet für die erste Lesung aus dem neuen Berkelbuch „Berkel – mein Leben als Fluss / Mijn leven als rivier“ von Doris Röckinghausen. Gemeinsam mit dem niederländischen Übersetzter Sander Grootendorst liest sie Teile der wundersamen Geschichte eines Treibhölzchens auf Reisen, das sich um 1780 herum von Billerbeck aus auf den Weg macht, die Berkel zu entdecken. Im zweiten Teil der Lesung werden Bilder des Fotografen Martin Timm auf die Leinwand geworfen, Grootendorst und Doris Vogt lesen die Texte dazu. Bilder und Worte gehen eine betörende Symbiose ein. Die poetischen Worte gießen in filigrane Worte, was die Bilder den Augen zeigen, erzählen vom Plätschern, von Geborgenheit, tanzenden Schatten und mystischen Geistern. Und dahinter verschwindet die Berkel in der Dunkelheit.

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