Mo., 09.05.2016

Diakon Ralf Meyer wird Pfingstsonntag zum Priester geweiht / Anregungen für die Arbeit in Chicago geholt Durch Hochs und Tiefs zur Berufung

Diakon Ralf Meyer wird Pfingstsonntag zum Priester geweiht / Anregungen für die Arbeit in Chicago geholt : Durch Hochs und Tiefs zur Berufung

Zahlreiche Bücher hat Ralf Meyer, der am Pfingstsonntag zum Priester geweiht wird, über das Verhältnis von Naturwissenschaften und Glaube gelesen. Foto: az

Coesfeld. Sein Gemeinde- und Diakonatsjahr, das er in der Coesfelder Pfarrei St. Lamberti verbrachte, hat ihn begeistert. „Es war eine tolle Zeit, in der ich viel gelernt habe“, sagt Diakon Ralf Meyer, der am Pfingstsonntag (15. 5.) im Paulusdom zu Münster zum Priester geweiht wird.

Von Allgemeine Zeitung

Meyer blickt im Pressebericht des Bistums Münster auf seine Zeit in Coesfeld zurück: „Ich habe versucht, über verschiedene Angebote die jungen Menschen einzubinden. Wir haben schnell Vertrauen zueinander aufgebaut“, schwärmt er von der praktischen Zeit seiner Ausbildung. Es fand sich eine Gruppe, die neue kreative Angebote in der Pfarrei entwickelte wie beispielsweise eine Andachtsreihe zur Fußball-Weltmeisterschaft.

„Ich habe gespürt, dass es sich lohnt, sich auf Gott einzulassen. Diese Bestärkung hat mir die Zeit in Coesfeld gegeben.“ Doch seine Liebe zu den Naturwissenschaften besteht immer noch. Allerdings gibt es nun nicht mehr nur Schwarz und Weiß. „Wenn das Licht eine Welle sein will, dann will es eine Welle sein. Wenn es ein Teilchen sein will, dann will es ein Teilchen sein. Wenn Gott möchte, dass ich für die Menschen da sein soll, dann soll ich für sie da sein“, ist sich Meyer sicher.

Der 29-Jährige ist in seiner Heimatgemeinde St. Agatha in Mettingen und auf Dekanatsebene in der Jugendarbeit groß geworden, doch Priester zu werden, war nach dem Abitur nicht sein vorrangiges Ziel. Er begann ein Lehramtsstudium in Münster mit den Fächern Mathematik und Physik.

„Ich war zwar Messdiener, Lektor, und auch im Pfarreirat aktiv, habe mich auch mit unserem damaligen Kaplan Heiner Zumdohme über vieles unterhalten, aber nie über das Thema Berufung“, berichtet Meyer. Da hielt er es doch lieber mit den Naturwissenschaften. „Bei einer Gleichung kommt entweder wahr oder falsch heraus. Doch während des Studiums hab ich gemerkt, dass die Naturwissenschaft mir nicht meine Fragen beantwortet, die mein Leben ausmachen“, hat Meyer erfahren. Die Einladung seines Kaplans, an einem Berufungskreis im Kloster in Thuine teilzunehmen, nahm Meyer aus Interesse an. Es folgten Gespräche mit Michael Ostholthoff, der zu dem Zeitpunkt in der Diözesanstelle für Berufe der Kirche des Bistums Münster arbeitete. Eine Führung durch das Priesterseminar Borromaeum festigte dann doch das, „was alle anderen schon längst wussten, nur ich selber nicht: meine Berufung zum Priester“, gibt Meyer unumwunden zu.

Er habe den Bruch gebraucht, konnte seiner Familie davon aber nicht berichten. „Denn ich hatte keine Worte dafür. Deshalb habe ich Heiner Zumdohme eingeladen. Gemeinsam haben wir bei Kaffee und Kuchen meiner Familie erzählt, dass ich ins Priesterseminar einziehen werde“, erzählt Meyer. Für seine Eltern sei es nicht einfach gewesen, den Weg des ältesten von drei Söhnen zu akzeptieren.

Die Zeit der Ausbildung zum Priester ist nicht einfach, hat Meyer erfahren. „Aber das darf sie auch nicht sein. Es ist eine Zeit der Auseinandersetzung mit sich selbst, mit seinem Glauben“, berichtet er. „Ich bin ein wenig argwöhnisch. So lief es auch in meiner Beziehung zu Gott. Ich habe Jahre gebraucht, um zu verstehen, dass er es gut mit mir meint. Mit allen Hochs und Tiefs, wie es sie auch in einer Beziehung zwischen Menschen gibt“, sagt der 29-Jährige.

Anregungen für seine Arbeit hat sich Meyer bei der Fahrt nach Chicago geholt. Gemeinsam mit weiteren acht Weihekandidaten hat er viel über die Kirche in Amerika erfahren. „Ich wünsche mir mehr Lockerheit in der Liturgie, wie sie dort in vielen Gemeinden gepflegt wird. Wichtig ist es, die jeweilige Kultur, die es vor Ort gibt, in die Arbeit einfließen zu lassen.“

Auf die Weihe am Pfingstsonntag freut sich Meyer. Am Dreifaltigkeitssonntag (22. 5.) um 10 Uhr zelebriert er die Messe in St. Lamberti in Coesfeld.

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