Fr., 27.05.2016

Vortrag von Prof. Dr. Dr. Franz-Josef Brüggemann in der BürgerUni Fußball und Nationalgefühl

Vortrag von Prof. Dr. Dr. Franz-Josef Brüggemann in der BürgerUni : Fußball und Nationalgefühl

Prof. Dr. Dr. Franz-Josef Brüggemann. Foto: az

Coesfeld. Kurz vor dem Beginn der Fußball-Europameisterschaft beschäftigt sich auch die BürgerUni mit dem runden Leder und den damit verbundenen Emotionen. Prof. Dr. Dr. Franz-Josef Brüggemann von der Universität Freiburg blickt in seiner Vorlesung zurück auf ein besonderes Fußballereignis und stellt sich die Frage: „Eine ganz normale Nation? Deutschland und die Fußballweltmeisterschaft 1954“. Mit ihm sprach vorab unsere Mitarbeiterin Ursula Hoffmann.

Von Allgemeine Zeitung

Warum sollte man sich mit Fußball befassen?

 

Franz-Josef Brüggemann: Dafür gibt es viele Gründe. Erst einmal macht es Spaß, Fußball selbst zu spielen und anderen dabei zuzuschauen. Außerdem können sich die unterschiedlichsten Leute darüber unterhalten und kennenlernen, egal aus welchem Land und welcher Gruppe sie kommen, wie alt sie sind oder zu welcher Religion sie gehören. Und schließlich können wir dadurch viel über die verschiedenen Länder erfahren, über ihre Politik, Kultur, die Medien oder das alltägliche Leben - wie ein Blick auf den Sommer 1954 zeigt.

 

Ist die Fußballweltmeisterschaft 1954 durch den besonderen historischen Kontext etwas Einmaliges oder lässt sich diese Euphorie wiederholen?

 

Brüggemann: Die WM 1954 hatte besondere Merkmale, schon weil sie eines der ersten globalen Ereignisse war. Für die Bundesrepublik war wichtig, dass sie so wenige Jahre nach dem Krieg wieder mitmachen durfte. Und der Titelgewinn löste eine Begeisterung aus, die alle überraschte und die wir erst 2006 wieder erlebten.

 

Wer sollte sich Ihre Vorlesung anhören?

 

Brüggemann: Alle, die sich dafür interessieren, wie Nationen ‚ticken’, wie sie zusammenfinden und was sie trennt; die wissen wollen, wie es in Deutschland im Sommer 1954 aussah und warum es so schwer fiel, sich nach Krieg, Flucht und Teilung neu zu orientieren; und die sich fragen, was Nation und Nationalgefühl heute bedeuten.

Die Vorlesung findet am Mittwoch (1. Juni) um 19 Uhr im WBK, Osterwicker Straße 29, statt. Der Eintritt am Abend ist kostenlos. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

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