Di., 14.06.2016

Elterngruppe: Kardinal-von-Galen-Grundschule in Lette soll Bekenntnisschule bleiben Kritik an Schul-Umwandlung

Elterngruppe: Kardinal-von-Galen-Grundschule in Lette soll Bekenntnisschule bleiben : Kritik an Schul-Umwandlung

Der Vorstoß, die Kardinal-von-Galen-Grundschule in eine „normale“ Gemeinschaftsschule umzuwandeln, stößt auch auf Kritik. Die AZ traf sich mit einer Gruppe von Eltern, die ihre Bedenken äußerten. Foto: skm

Lette. Die Überlegungen, die städtische katholische Kardinal-von-Galen-Grundschule in eine Gemeinschaftsschule umzuwandeln, stößt auch auf Kritik.

Von Viola ter Horst

Mehrere Eltern aus Lette trafen sich zu einem Gespräch mit unserer Zeitung.

Auch Vertreter des Pfarreirats und der Kirchengemeinde waren dabei, diese will sich zu dem Thema noch weiter abstimmen.

„Wir sind als Eltern überrumpelt worden“, so eine Letteranerin. Wie auch die anderen sieben Mütter und Väter in der Runde will sie ihren Namen nicht veröffentlicht haben. Sie befürchten, dass ihre Kritik sauer aufstoßen und sich zum Nachteil ihrer Kinder auswirken könnte.

Wie berichtet, hatten Schulleiterin Sabine Schäfer und Elternpflegschaftsvorsitzender Jürgen Sicking den Vorstoß gemacht und sich für eine Umwandlung der Bekenntnisschule in eine Gemeinschaftsschule positioniert. In einer Vollversammlung sind Eltern informiert worden.

„Die kritischen Stimmen sind in der Versammlung nicht richtig ernst genommen worden“, sagt eine der Letteranerinnen in der Runde. „Das war im Prinzip eine ,Antrags-Ausfüll-Werbeveranstaltung‘.“

Insbesondere wollen die Eltern in der Runde den Auftrag zur katholisch religiösen Erziehung weiterhin in der Grundschule in Lette verankert sehen. „Das geht weit über den Religionsunterricht hinaus“, so eine Mutter. „Das möchten wir nicht missen.“

Ratsmitglied Bernhard Kestermann, der als einziger namentlich genannt werden will: „Eine Änderung der Schulart ist aus sachlichen Gründen doch gar nicht notwendig.“ So sei eine Abweisung von Schülern anderen Glaubens auch weiterhin ausgeschlossen, weil die Schule genügend Platz habe.

Argumente aus Sicht der Kritiker: - Religiöse Erziehung soll weiterhin in der Schule betont und gelebt werden. Christliche Werte sollen wie bisher vermittelt werden. Dazu gehört auch, dass Symbole wie zum Beispiel Kreuze als Glaubenszeugnisse Bestand haben dürfen und christliche Feste gefeiert werden. Die Verbindung mit der katholischen Kirche soll sich nach der Kita auch schulisch fortsetzen.

--- -Keine Notwendigkeit: Ein Miteinander ist an der Schule längst Alltag. Es gab schon immer auch andersgläubige Schüler. Kinder verschiedener Länder und Glaubens lernen gemeinsam.

- Keine Ablehnung von Schülern absehbar: Weil die Schule groß genug ausgebaut wurde, kann weiterhin jedes Kind angenommen werden, ohne dass die katholische Konfession bevorzugt werden muss.

- Lehrer: Evangelische Lehrer haben über andere Ausschreibungsverfahren die Chance, eingestellt zu werden.

- Landespolitische Frage: Die Handhabung bei dem Ausschreibungsverfahren von Lehrerstellen ist auf engere Auslegungen vom Land und der Bezirksregierung sowie Änderungen im Schulgesetz zurückzuführen, nicht auf kirchliche oder Bistums-Vorgaben. Nicht die Schulart müsste geändert werden, sondern die Regelungen im NRW-Schulgesetz.

- Die Argumente gegen eine Bekenntnisschule lassen sich genauso umkehren: Nämlich dass bei einer Gemeinschaftsschule bei zu vielen Anmeldungen zum Beispiel katholische Kinder abgelehnt würden mit Verweis auf die Existenz von Bekenntnisschulen in Coesfeld.

- Diskussionskultur: Die Eltern in der Runde wünschen sich eine offenere Diskussion, Argumente gegen die Umwandlung sollen genauso beleuchtet werden. Sie finden zudem, dass der Schulfriede gestört ist.

Google-Anzeigen
Anzeige


http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/4082857?categorypath=%2F2%2F798623%2F798631%2F947601%2F