Hilal Yazgan will als Sängerin Heela durchstarten / Vier Jahre in Coesfeld gelebt / Zweite Single fertig
„Man hat es selbst in der Hand“

Coesfeld. Hilal Yazgan – Künstlername Heela – ist oft auf Achse. Seit Jahren lebt sie in Stuttgart, und ist immer wieder für die Karriere unterwegs. Doch die Anfänge der 24-Jährigen liegen auch in Coesfeld. „Hier habe ich die ersten vier Jahre meines Lebens verbracht. Leider weiß ich gar nicht mehr, wie mein Kindergarten hieß“, gibt Hilal lachend zu. Nach den vier Jahren zog es die Eltern beruflich nach Stuttgart.

Samstag, 27.08.2016, 21:29 Uhr

Hilal Yazgan will als Sängerin Heela durchstarten / Vier Jahre in Coesfeld gelebt / Zweite Single fertig : „Man hat es selbst in der Hand“
Hilal Yazgan alias Heela hat klare Pläne für ihre Musikkarriere. Aktuell hat sie zwei eigenen Songs fertig und plant insgesamt fünf eigene Lieder zu produzieren. Foto: az

Zu eben jener Zeit – mit vier Jahren – habe ihre Liebe zu Tanz und Musik begonnen, erzählt Heela. Das teilt die junge Frau mit türkischen Wurzeln wahrscheinlich mit vielen Kindern, doch nur wenige verfolgen diesen Weg auch später noch so ehrgeizig und planen so genau wie sie. „Mit 18 hatte ich meine Ausbildung zur Zahnarzthelferin absolviert und dachte mir irgendwie, dass das nicht alles gewesen sein kann.“

Deshalb besinnt sich Heela wieder auf ihren großen Traum: Sängerin werden. Sie besucht eine Musikakademie, macht ein Praktikum bei einem Tonstudio, spricht mit verschiedenen Managern, um die Spielregeln im Geschäft kennenzulernen und liest Bücher – über Management und die Musikbranche.

Etwas dem Zufall überlassen, dass sei nichts für sie. Knapp vier Jahre bereitet sie sich intensiv vor, unter anderem mit einem Gesangslehrer. Zwischendurch bekommt sie zudem Schauspielanfragen und setzt sich bei einem zweitägigen Casting durch, wo sie das Werbegesicht der AOK in Stuttgart-Böblingen wird. „Da hatte ich das erste Mal ein Drehbuch in der Hand und habe einfach mein Ding gemacht. Das kam an“, erinnert sie sich. „Mein Fokus liegt aber klar auf der Musik. Aber eine Hauptrolle, das wäre der Oberhammer“, erzählt sie.

Nach der langen Vorbereitungszeit fühlt Heela sich bereit für den nächsten Schritt: einen eigenen Song. „Love me like a fire“ heißt ihre erste Single. Text und Melodie hat sie selbst geschrieben. Für das Musikvideo organisiert sie sich eigene Tänzerinnen und eine Film-Crew. Mit 3000 Euro geht sie in Vorleistung und produziert den Clip selbst. Später reicht sie das Video bei den Musiksendern MTV und Viva ein und schafft es damit auf die Plattformen der beiden Sender.

Jetzt – knapp ein Jahr nach ihrem ersten Lied – folgt ihr zweiter Song „Just don’t let me go“. Das Musikvideo ist ebenfalls schon produziert. „Wir haben 16 Stunden gedreht, das war hart. Aber es hat sich gelohnt“, ist sich die 24-Jährige sicher. Diesen Titel möchte sie nun auch Radiosendern anbieten. Ein weiterer Schritt in Heelas Plan. Insgesamt möchte sie fünf Lieder aufnehmen. Diese sollen nun in deutlich kürzeren Abständen veröffentlicht werden. Erst dann will sie auch auftreten. „Ich möchte nicht nur einen Song performen, ich will eine richtige Auswahl haben.“ Alle fünf Lieder hat sie bereits fertiggeschrieben.

Ihren Musikstil beschreibt sie als eine Mischung aus Latin, RnB und Pop. Ihre Lieblingsmusik ist „Black Music“, davon lässt sie sich inspirieren und kombiniert weitere Einflüsse damit. Bereits jetzt probt sie regelmäßig mit ihren Tänzerinnen, um fit zu sein für künftige Auftritte – nichts bleibt dem Zufall überlassen. 14 bis 16 Stunden arbeite sie am Tag. Singen, komponieren, schreiben, organisieren: Einen Manager möchte sie noch nicht und ließ sogar schon Anfragen von Plattenfirmen links liegen. „Wer von vornherein darauf anspringt, bekommt die Regeln diktiert. Ich will selbst entscheiden“, erklärt die junge Sängerin.

Und was treibt sie an? „Ich will mich bei meiner Arbeit mit jedem Song steigern. Ich will mich selbst herausfordern.“ Am Ende möchte sie beim Label von Jay-Z „Roc Nation“ in New York landen. Und Heela betont, dass das nicht nur ein Traum sei, sondern sie es wirklich anstrebe. „Man darf es sich nicht nur wünschen, man hat es in der eigenen Hand.“

Ihr Karriereweg soll später ein Vorbild für Kinder und Jugendliche sein, die im Alltag nicht so mutig sind. Und sie möchte muslimisch Frauen dazu ermutigen, sich nicht unterdrücken zu lassen. „Sie dürfen sich nicht von anderen steuern lassen, sondern müssen ihren eigenen Weg gehen“, erklärt die Sängerin.

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