Di., 18.10.2016

Maisernte für dieses Jahr weitgehend abgeschlossen / Geringerer Ertrag als im Vorjahr 80 Prozent zur Verfütterung

Maisernte für dieses Jahr weitgehend abgeschlossen / Geringerer Ertrag als im Vorjahr : 80 Prozent zur Verfütterung

Heinrich Schulze Hillert erklärt, warum die Maisernte in diesem Jahr schlechter ausgefallen ist als sonst. Der Sommer sei zu nass und der Herbst zu trocken gewesen. Deshalb konnte auch schon früher als gewöhnlich mit der Maisernte begonnen werden. Komplette Missernten, wie einst, gibt es aber nicht mehr. Foto: Leon Seyock

coesfeld. Ab und zu können noch einige Mähdrescher beobachtet werden, die die letzten Maisfelder im Nu verschwinden lassen.

Von Leon Seyock

Die verbliebenen Schläge werden im Moment noch abgeerntet. Damit ist die Maisernte für dieses Jahr weitgehend abgeschlossen.

„Gut 10 bis 20 Prozent ist die Ernte geringer als sonst“, stellt Heinrich Schulze Hillert fest. Er ist Ortslandwirt in Coesfeld und kennt sich bestens mit dem Getreide aus. Kritisch betrachtet Schulze Hillert einen Maiskolben, er probiert und stellt fest: „Ganz schön trocken, der Mais. Zum Essen schon fast zu hart.“ Normalerweise, erklärt er, sind die Körner ab einer Feuchtigkeit von 40 Prozent erntefähig, jetzt seien es gerade mal um die 27. „Um den Mais trocken lagern zu können, muss er eine Feuchtigkeit von 15 Prozent haben. Dieses Jahr müssen die Körner also nicht lange getrocknet werden“, sagt der Landwirt und freut sich über die eingesparte Energie. Aber woran liegt das? Wo es doch gerade zu Beginn des Sommers so viel geregnet hat? „Durch den vielen Regen in den Sommermonaten standen die Wurzeln der Maispflanzen auf vielen Feldern ständig unter Wasser, deshalb konnten die Pflanzen erstmal nicht so richtig wachsen“, erklärt Schulze Hillert. Deshalb seien die Kolben in diesem Jahr generell etwas kleiner als sonst. „Der Herbst war dafür bisher sehr trocken. Das ist der Grund dafür, dass dann eben nicht mehr viel Feuchtigkeit in den Körnern ist“, so sein Fazit.

Länger hätte der Mais aber nicht auf den Felder stehen dürfen. Denn reif genug ist er auf jeden Fall schon. „Eigentlich beginnt die Körnermaisernte erst gegen Ende Oktober“, sagt der Landwirt. „Aber durch die Trockenheit konnte schon Anfang September mit dem Mais häckseln begonnen werden und nun sind die Ernten fast abgeschlossen.“

Hier und da sind noch wenige Maisfelder zu sehen, aber auch diese werden bald an den Drescher glauben müssen. „Zum Ernten werden zwei verschiedene Typen von Maschinen eingesetzt“, weiß Heiner Schulze Hillert. Weil die Maispflanze eine Universalplanze sei, so sagt er, kann sie für alles verwendet werden und muss dementsprechend anders behandelt werden. So werden zum Beispiel die kompletten Pflanzen, mit Blättern und Stängeln, an die Rinder verfüttert. „Dazu muss das Feld abgehäckselt werden“, erklärt der Ortslandwirt. Auf diesen Feldern sehe man dann nachher auch kein Stroh oder welke Blätter, sondern nur die Stoppeln. „Wird der Mais aber an Schweine verfüttert, werden nur die Körner benötigt.“ Dann kommt ein Mähdrescher zum Einsatz, der die Kolben vom Rest der Pflanze trennt. Blätter und Stängel bleiben so auf dem Feld liegen und kommen gar nicht erst durch die Maschine. Anschließend werden die Körner gemahlen, das Maismehl werde mit anderen Futtermitteln vermischt und schon hätten die Landwirte nahrhaftes Futter für ihre Schweine. Generell werden 80 Prozent der hier angebauten Maispflanzen zur Verfütterung verwendet. Dieser Mais muss dazu gar nicht getrocknet werden.

Und wie sieht es mit dem Preis für den Mais in diesem Jahr aus? „Der ist im Moment recht moderat“, so Schulze Hillert. Auf dem Weltmarkt sei das Angebot an Mais sehr groß und die Lager voll.

Obwohl die Ernte in diesem Jahr nicht ganz so üppig wie sonst ausgefallen ist, wachse sie stetig um gut zwei Prozent jährlich. „Hauptsächlich durch den Zuchtfortschritt, effizientere Anbautechniken und bessere Schädlingsbekämpfung als früher kann der Mais besser wachsen und es gibt zum Glück keine Missernten mehr “, freut er sich.

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