Mo., 20.03.2017

Prozess gegen 48-Jährigen aus Coesfeld beginnt / Leibliche Tochter und zwei Stieftöchter betroffen Sexuelle Übergriffe in 170 Fällen

Coesfeld. Die Staatsanwältin spricht von massiven sexuellen Übergriffen auf Minderjährige. Ihr gegenüber sitzt der mutmaßliche 48 Jahre alte Täter, der seine leibliche Tochter und seine beiden Stieftöchter in seiner Wohnung in Nottuln und in Coesfeld sexuell missbraucht und durch seine Handlungen zum Teil erniedrigt haben soll.

Von Hanno Ewald

Gleich 170 Fälle erschreckender Übergriffe zwischen 2003 und 2016 legt die Staatsanwältin dem Mann aus Coesfeld zur Last. Schweren sexuellen Missbrauch von Schutzbefohlenen nennt es die Anklage. Dafür muss sich der Angeklagte seit Montag vor dem Landgericht verantworten. Warum sich der Mann an den Kindern, die zu Beginn der Tathandlungen noch im Kindesalter waren, vergangen hat, blieb zum Prozessauftakt im Dunkeln.

Nach Verlesen der Anklagevorwürfe macht der Vorsitzende Richter dem Mann deutlich, dass es sich sehr stark lohnt, nicht zu mauern, sondern reinen „Wein einzuschenken“. Denn nach Aktenlage haben die Mädchen konkrete Aussagen gemacht, fügt er hinzu.

Das scheint zu wirken. Monoton, aber mit wohlüberlegten Worten macht der Angeklagte Angaben zu seiner Biografie und zu den Tatvorwürfen.

Demzufolge begann alles in der Wohnung des Angeklagten in Nottuln. An einem Tag im Januar 2003, näherte sich der Angeklagte seiner zu Tatbeginn erst fünf Jahre jungen, leibliche Tochter. Was zunächst als „harmloses“ Kuscheln begann, steigerte sich nach bestimmtem Muster im Laufe der Zeit. Ein Versuch des Angeklagten, es geschützt bis zum „Äußersten“ kommen zu lassen, scheiterte jedoch. Auch nach seinem Umzug nach Coesfeld setzte der Angeklagte seine sexuellen Übergriffe fort. Hier wurden auch die beiden Stieftöchter zu seinem Opfer. Eine seiner Stieftöchter wollte der Angeklagte mit seinen Worten komplett herausnehmen. „Da war definitiv nichts. Und so hat es nicht stattgefunden.“ Nach Beratung mit seiner Verteidigerin machte der Angeklagte eine Kehrtwendung – und räumte auch diesen Übergriff ein. Mit diesem Geständnis bleibt den Opfern eine Aussage vor Gericht, wie auch das nochmalige Durchleben der Taten erspart. Der Prozess wird fortgesetzt.

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