Do., 28.12.2017

Eine plattdeutsche Weihnachtsgeschichte von Helene Hegemann Winte fong för us Kinne egentlich Allerheiligen an

Eine plattdeutsche Weihnachtsgeschichte von Helene Hegemann: Winte fong för us Kinne egentlich Allerheiligen an

Viele herzliche Weihnachtsgrüße und beste Wünsche fürs neue Jahr erreichten uns von unseren Lesern – wie die hier von Norbert Christoffel auf dem Foto. Recht herzlichen Dank dafür verbunden mit den besten Wünschen auch für unsere Leser und Leserinnen. Eine davon ist Helene Hegemann, die uns mit Unterstützung ihres Sohn Stefan ihre Weihnachtsgeschichte zur Verfügung gestellt hat, die wir hier gerne wiedergeben. Ein recht herzliches Dankeschön dafür sowie auch ihrem Sohn fürs digitale Aufarbeiten. Foto: az

Den Winte fong för us Kinne egentlich Allerheiligen an. Mest wasst all koolt un ösig Werre, un doch was et för us nen besonderen Fiehedach.

Von Allgemeine Zeitung

Nomdags kammen Tanten un Onkel met Anhang tou‘n Kaffee. Erst gongen se non Kiärkhoff un besochen Opa un dann schmok ör den Kaffe, de Buortercremtorte un den Korintenstuten recht guet.

Et wor voll vertellt, un wen‘t Tied tot Fooen un Melken was trock en non annern wiehe aff.

För us Kinne kam dann erst datt beste von‘n ganzen Dach. Wenn Papa up de Diärl ferrig was, dann gong he met us non Kerkhoff Lämpkes bekieken un sölwe droffen wie auk welke anmaken.

Man konn se för 15 Penning kaupen un den ganzen Kerkhoff was en bunte Lichtemeer. Winterdach harn wi et net so Druck es Summerdags. No de School wor schnell dat neirigste an schoolarbeit makt un et gongt na buten. Egal we kolt es was, buten was ussen Spielplatz do konn de Wind noch so brusen un de Schneeflocken üm de Ohn fleigen, datt konn us nix anhebben.

Schneemann bauen, Schlinnen - watt met Holschken am besten gong, un Schneehütten bauen. Ruck zuck was den Nomendach harüm un weent düste woar harn wie ant Hus te sin. Noat Obentiärten, gaff mest de Reste von Merrags, Pannkoken, Worstebraut, Miärlwuorst ode Miärlksupp wort noch een mool spannent.

De Wind rappeln an de Festers un mangs reip buten de Uhl. Alle satten wi üm de Kuorkmaschin, datt was den enziegsten Rum woot schön warm wass. Papa nam eenen Ring harut, so dat man de Flammen seihen konn un knipsten de Lamp ut. Un dann vertellen he us sölwest utdachte Geschichten. Oft vertellen he us auk Spookgeschichten von den Kerl met den Spitt, von Piek Ass de in‘t Dorp konn un den Pull Fusel holl, he leit datt Hopp Ho Männeken ut Rüoruper Holt för us danzen un vertellen von den 10 Uhrs Rühe de mett de lange Kirr rappeln un ganz gleinige Augen har. Wi Kinne keeken dann all ganz schaln no dat kleine Fensteken wo man von‘ne Kürk in‘n Koohstall kieken konn, off de Rühe da wull satt.

Dann wort höchste Tied fört Beer. Jede Kind kreeg nen heeten Backsteen in Zeitung inwickelt unnern Arm un dann aff in‘ne Kiste. Papa was denn besten Geschichtenverteller well man sick denken konn.

Förwiehnachten was ne drucke Tiet. Et wor düörschket, schlacht, Plätzkes backen un Husputz hollen. Opa heiten Franz un har an 3. Dezember Namenstag, Sundags drup kam dann ümme de Verwandschaft to‘n Kaffe. Vettern un Basen wassen mest auk mett kurmen. Obends kam dann de Nikolaus persönlich. De grauten Jungs de spoohlen Nomedags schon datt se för den Nikolaus un den schwatten Gesellen kienne Angst härn, de könn ruhig kurmen.Dann wast so wiet, dat Glöcksken was te höhn un de Dör an‘n besten Stuorwen gong loss, obbe dütt Mool was auck de Düwel de bi. Hee was pickschwatt har richtige Höön, langen Stiärt un Rappelte mett seine lange Kierr. De grauten Jungs sprungen mett een Satz up datt Sofa un satten mett angetrockene Been buorben up de Rüggenlärn un kreipen ümme dichte an de grauten Lüh. De graute Klappe was up eenmool wech, un wenn se wat frocht worn kreegen se kiennen Ton rut. Wenn dann denn Schwatten noch so geföhlick dicht kam was datt nich mäh lustig. Ne halbe Stunn un dann was dat Spektakel vörbi un wi Kinne, de grauten un de kleinen wassen machtig kaduck.

Wiehnachten fong erst an 25. Dezember an. Morgens 5:00 Uhr mett de Kerk. En von us Kinne moß mett Oma mett, wo sick nich een vörschorw. Pock Oma öhre 3 Gebättböck in un auck noch den Rausenkranz dann wussen wi all Bescheid - datt kann lang duen.

Krippenfier, Hochamt un 2 stille Missen un no biärden. Et wass ne richtige Buße. Wenn wi dat erste üörwerstoon hädden und wiehe ant Hus wassen wor tosammen fröhstückt. Un et gaff watt ganz Besonderes - frische Brötkes.

Endlich stonn Oma up un keek off dat Christkind do wirst wass. Wi konnen us freien uörver niee Puppenkleede voan Mama geneiht, bunte Holtklötze, grieße Socken mett‘n raut off grön Striepken de dör, sölwst gestrickte Fausthanschken un de tollen Unnebuxen, rosa, hellblau un giärlb, von buten glänzend un von binnen angeraut. De wassen schön warm un auck noch praktisch, wenn se verschlierden wassen konn man noch prima datt Fahrrad do met putzen, wat met de Wichtelbuxen van Dag all wull Behelperie wärn könn. Auck gaff et ne Appelsin, söstgebackene Plätzkes, nen paar Nürt un lück Schokolade. Un wi häbbt us just so freit es de Kinne vandag.

Silvester wass för us Kinne nen Dag es alle anneren. Niejaohrsdag gaff Mama us alle nen Linnenbühl un dann gongen wi no de Naobes nen glücksiärgstes Johr wünschken. Wi worn dann belohnt met Appel, Nürt, Bomsen, Plätzkes un Isekooken. Plätzkes un Isekooken de wassen nohä bloß noch Grütt. Domett nicks verkamm korkte Mama Vanillepudding well affwechselnd mett Marmelade un de Kaputten Plätzkes schichtet wor‘n.

So har alles seine Ordnung, un datt niehe Jaohr konn mett Gottes Siärgen sienen Anfang niermen.

Helene Hegemann Coesfeld-Flamschen (aufgewachsen am Letter Berg )

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