Di., 02.01.2018

Bücherschrank im Schlosspark beschmiert / Wieder Diskussion um Videoüberwachung / Stadt: Erstes Gespräch Erneut Vandalismus – was tun?

Bücherschrank im Schlosspark beschmiert / Wieder Diskussion um Videoüberwachung / Stadt: Erstes Gespräch: Erneut Vandalismus – was tun?

Der Bücherschrank ist beschmiert worden. Die wiederholten Vandalismusschäden im Schlosspark lassen erneut die Diskussion aufkommen, was man dagegen tun kann. Foto: Viola ter Horst

Coesfeld. Wenn Claudia Kraska-Venjakob in die Stadt oder nach Hause geht, läuft sie immer durch den Schlosspark, vorbei am Bücherschrank. Gucken, ob alles in Ordnung ist.

Von Viola ter Horst

Am 1. Januar „war das Entsetzen groß“, schildert sie ihre Reaktion: Der Bücherschrank, den jeder zum Hineinstellen und Herausholen von Lesefutter nutzen kann, ist mit schwarzer Lackfarbe beschmiert. „Ich hänge mit viel Herzblut an dem Bücherschrank“, sagt Claudia Kraska-Venjakob, die das Projekt mit initiiert hatte und seither immer ein besonderes Auge auf den beliebten Schrank wirft.

Das Senioren-Netzwerk, das den Bücherschrank betreut, hat sich bereits beim Hersteller informiert, wie die Schmierereien entfernt werden können. „Das ist auch eine Gemeinheit gegenüber den Mitgliedern, aus deren Beiträgen der Schrank finanziert wird“, sagt Erwin Borgelt vom Vorstand. Die Stadt will Hilfe anbieten. „Unser Bauhof kann da sicherlich etwas machen“, so Beigeordneter Thomas Backes gegenüber unserer Zeitung.

Die wiederholten Vandalismus-Schäden lassen erneut die Diskussion über eine Video-Überwachung aufflammt. „Der Vorstand vom Senioren-Netzwerk ist der Meinung, dass es im Schlosspark eine Video-Überwachung mit entsprechendem Hinweisschild geben sollte“, sagt Borgelt.

Die Wählergemeinschaft Pro Coesfeld hatte wiederholt genau diese Forderung gestellt, im Rat ist ein entsprechender Antrag aber kurz vor Weihnachten abgelehnt worden. Beigeordneter Backes: „Rechtlich ist eine Videoüberwachung nicht möglich.“ Pro Coesfeld ist nicht dieser Auffassung, „andere Kommunen installieren ja auch Kameras“, so Fraktionsvorsitzender Günter Hallay. Pro Coesfeld wolle am Ball bleiben und zunächst abwarten, was die jetzigen Pläne bringen. Denn statt Video-Überwachung wollen Ordnungsamt und Jugendamt zusammen mit der Polizei ein Konzept überlegen. Zu einem ersten Gespräch sei es bereits gekommen, so Backes.

Im Schlosspark beschädigten in der Vergangenheit Randalierer unter anderem die Brückengeländer, sie zerschossen Fensterscheiben der Liebfrauenschule und pöbelten Passanten an. Aber auch an anderen Stellen besonders in der Innenstadt beobachtet die Stadt eine leichte Zunahme an Vandalismus. Ein Grund mehr aus Sicht der Stadt, nicht mit Videoüberwachung, sondern konzeptionell zu reagieren – als vielleicht bessere Lösung des Problems. „Man kann nicht überall Kameras aufstellen“, sagt Backes.

0 Zeugen, die Neujahr etwas beobachtet haben, werden gebeten, sich bei der Polizei zu melden. Die Schmierereien müssen zwischen ein und zehn Uhr passiert sein. Tel. 02541/140.

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