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Mi., 10.01.2018

Bein-Orthesen machen für Jungen aus dem Iran schmerzfreies Laufen möglich / Gemeinsam gespendet Knallrote Hilfe mit Fußball-Logo

Bein-Orthesen machen für Jungen aus dem Iran schmerzfreies Laufen möglich / Gemeinsam gespendet: Knallrote Hilfe mit Fußball-Logo

Freuen sich zusammen mit Aria über die knallroten Orthesen: (v.l.) Pia Reick (Sozialpädiatrisches Zentrum der Christophorus-Kliniken), Olivier Lammers (Firma RMS Reha Mobility Handels- und Service GmbH Münster), Dr. Ulrich Hafkemeier (Chefarzt des Sozialpädiatrischen Zentrums), Rafael Küpers (Orthopädietechnikermeister Sanitätshaus Gäher), Christian Gäher (Sanitätshaus Gäher), Shirin Kautz (vorne, Übersetzerin), Vera Duric (Angehörige der Familie Gorjifard), Vater Jahan Gorjifard, Mutter Parisa Gorjifard. Foto: Ulrike Deusch

Coesfeld. Aria schaut sich ein wenig zaghaft um. So viele Leute. Und alle sind sie seinetwegen da – um mitzuerleben, wie Dr. Ulrich Hafkemeyer, Chefarzt des Sozialpädiatrischen Zentrums (SPZ) der Christophorus-Kliniken, dem Zwölfjährigen Jungen aus dem Iran gleich die Orthesen, Hilfsmittel zum Stützen und Korrigieren, für sein rechtes Bein anlegen wird. Knallrot sind sie und zeigen das Logo von Arias Lieblings-Fußballverein: FC Persepolis Teheran. „Jetzt fühle ich mich wie ein Vereinsmitglied“, lässt Aria übersetzen. „Es ist sehr schön.“ Und: „Ich freue mich.“

Von Ulrike Deusch

Dass Aria, wenn er am Freitag mit seinen Eltern zurück in den Iran fliegt, die Orthesen im Gepäck hat, ist dem Engagement vieler zu verdanken. Eine Schlüsselrolle spielt die Dülmenerin Pia Reick, die im SPZ in Coesfeld arbeitet. Von ihrer Freundin Vera Duric aus Dülmen, die familiär mit Arias Familie verbunden ist und sie zum Weihnachtsbesuch in Deutschland erwartete, erfuhr sie von Arias Schicksal.

Der Junge leidet an einer Stoffwechselerkrankung mit dem komplizierten Namen Mukopolysaccharidose (MPS), die unter anderem das Zentrale Nervensystem und das Skelettsystem beeinträchtigt und zu Minderwuchs führt. Das Gehen ist für Aria schwer und schmerzhaft und nach einer misslungenen Operation im Iran steht sein rechtes Bein schief. Nachdem Dr. Ulrich Hafkemeyer, der Facharzt für Kinderorthopädie ist, Aria untersucht hatte, stand fest, dass Orthesen dem Jungen helfen können – ein Hilfsmittel, das im Iran nicht so einfach zu haben und vergleichsweise teuer sei, berichtet Pia Reick.

Aber mit der Diagnose begann auch schon die Hilfswelle zu rollen. Hafkemeyer spendete sein Honorar und machte über den Verein „Das behinderte Kind“, in dem er sich selbst engagiert, eine weitere Spende locker, um die Materialkosten zu decken. Das Sanitätshaus Gäher Orthopädie- und Reha-Technik in Coesfeld trug Knowhow und Arbeitsleistung für die Orthesen bei – eine Ganzbeinorthese und eine fürs Sprunggelenk – und die Firma RMS Reha Mobility Handels- und Service GmbH aus Münster stellte einen Rollstuhl zur Verfügung, wenn Aria längere Strecken zurücklegen muss. Kein Wunder, dass nicht nur der Junge, sondern auch seine Eltern sehr dankbar sind.

„Meisterlich, ein tolles Produkt“, lobt Dr. Ulrich Hafkemeyer die Orthesen, die für das Sanitätshaus Gäher zur echten Herausforderung gerieten. „Orthesen sind eigentlich unser tägliches Geschäft, aber wir hatten extrem wenig Zeit und über die Feiertage waren viele Mitarbeiter im Urlaub“, berichtet Christian Gäher. Er ist froh, dass die Hilfsmittel zwei Tage vor Abflug noch fertig geworden sind. Für Dr. Hafkemeier ist das Ziel erreicht, wenn die Fehlbelastung von Arias Bein korrigiert wird und der Junge schmerzfrei laufen kann. Dazu wird Aria demnächst im Iran noch mal operiert werden müssen. „Auch nach der OP sollen die Orthesen helfen, das Bein wieder zu mobilisieren“, so Hafkemeier. Dafür sei es wichtig, dass Aria sie akzeptiert und regelmäßig trägt. Mit der Vereinsfarbe vom FC Persepolis sind die Aussichten dafür bestens.

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