Vom „letzten Wirt“ bis zur „Luftbrücke“ Geschehnisse aufs Korn genommen / Einige tausend Besucher
Mit viel Dampf: Goxel hebt einfach ab

Coesfeld. Es qualmt, es pustet, Trompeten, Pauken, Trommeln, ein eigener Flughafen – und Goxel hebt ab.

Montag, 12.02.2018, 05:31 Uhr

Vom „letzten Wirt“ bis zur „Luftbrücke“ Geschehnisse aufs Korn genommen / Einige tausend Besucher: Mit viel Dampf: Goxel hebt einfach ab
„WittenfeldAir“ war das Motto dieses Wagens. Dort stieg sogar Rauch auf: „Edeka, Kneipe und Bank reißen ‘ne Lücke, jetzt kommen wir mit der Luftbrücke“. Foto: az

Einige tausend Besucher sind gestern zu dem kleinen, aber feinen Umzug durch Wittenfeld gekommen, der mit 21 Wagen und Kapellen aber wieder „größer als letztes Jahr“ geworden ist, wie sich Nachbarschaftsvorsitzende Maria Lammering freut.

Es wird ordentlich auf die närrische Pauke gehauen. Gleich mehrere Gruppen nehmen das mögliche Aus des „Heidehofs“ unter die Lupe. „Statt Heidehof eine Shishabar?“ heißt es von einem Wagen – der mit süßem, dichtem Nebel vorbeirattert. „Die Idee kam uns letzte Woche noch ganz spontan“, berichtet Dominik Roling, der zusammen mit ein paar Leuten ratzfatz den Wagen baute. „Zu ist bald der Heidehof, das finden alle Goxeler doof“ heißt es auch bei der Nachbarschaft Wiesweg. Es gibt sogar eine Theke und einen Wirt – „letzte Runde von Heinz“.

Lauter Uhren weisen auf das geplatzte Projekt Genossenschaftsgeschäft und den Fortzug der Bank hin: „In Goxel läuft die Zeit ab – oh Schreck, Laden, Bank und Kneipe weg“. Die Prause-Nachbarschaft spielt ebenfalls auf dieses Thema an, hat aber die Rettung: „Weil hier ja nix mehr ist“, sagt Christiane Klein, „kommen wir mit einer Luftbrücke“. Das Flugzeug hat sogar einen Propeller, der – mal wieder – ordentlich Dampf macht: „Und das sogar CO2-neutral“, schmunzelt Werner Prause. Und nach „BerkelAir“ von AnKoBlu gibt es nun noch einen Flugplatz: WA – Wittenfeld Air.

Es geht gut ab. Vier Kapellen sorgen für ordentlich Stimmung. Und falls das mal zu viel werden sollte mit dem Qualm: Das Kinderprinzenpaar Malte I. und Edda I. wird sicher helfen – es kommt auf einem traumhaft schönen Feuerwehrwagen vorbei. Die Sportjugend vom Kreissportbund weist schon mal auf Olympia hin – und bringt das Thema Doping in den närrischen Lindwurm ein – „Spritzensport“ statt Spitzensport. Pfarrer Johannes Hammans reiht sich als Teufel ein – mit engelsgleicher Begleitung.

Und die Nachbarschaft Wester Esch tanzt als die Kelly Family, sorry, Berkel Family durch die Straßen. Aber als die echten, alten Kellys, so, wie sie früher aussahen. „Die neuen kann ja jeder“, meint Tobias Oenning von der Nachbarschaft.

Kekse verteilende Raupen, Dart-Zielscheiben, Vorläufer der Fußball-WM – alles dabei in Goxel.

Und einen als Zwerg verkleideten Jung-SPDler (Juso) sieht man auch: „Zwergenaufstand – no Groko“, ruft er.

„Wir sind aus Coesfeld mit dem Rad vorbeigekommen“, berichtet Ursula Damer. „Uns gefällt es gut.“ Werner Elkendorf ist sogar aus Drensteinfurt angereist – er besucht einen Bekannten in Coesfeld. „Die geben sich hier viel Mühe und bauen alles selber“, sagt er. „Ich mag das – das ist schöner als in Münster oder als in Köln.“

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