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Fr., 23.02.2018

Das Repaircafé im St.-Pius-Gymnasium leistet praktischen Umwelt- und Klimaschutz Reparieren statt wegwerfen

Das Repaircafé im St.-Pius-Gymnasium leistet praktischen Umwelt- und Klimaschutz: Reparieren statt wegwerfen

Reger Betrieb herrscht im Repaircafé, das einmal im Monat seine Türen öffnet, um vorwiegend defekte Kleinelektrogeräte wieder flott zu machen. Besucherin Maria Medding (l.) wurde in dieser Woche selbst zur Helferin, als sie versuchte, einer Nähmaschine auf die Sprünge zu helfen. Foto: ct

Coesfeld. Der CD-Player, den Maria Medding ins Repaircafé gebracht hat, „weil er beim Abspielen immer Mätzchen macht“, ist längst in Ordnung gebracht und wartet darauf, dass seine Besitzerin ihn nach Hause trägt. Aber die ist noch schwer beschäftigt, mit einer Nähmaschine. Mit einer Nähmaschine? Aber Sie haben doch nur den CD-Player gebracht? „Ja, die gehört einer anderen Dame, aber weil ich Schneidermeisterin bin, schaue ich mir die Maschine einmal an. Der Zickzack-Stich funktioniert nicht. Vielleicht kann ich ja helfen“, sagt Frau Medding mit scheuem Lächeln. „Ist doch prima“, meint Elektrotechniker Thomas Wieskus, der am Nebentisch mit einer Platine aus einem E-Bike beschäftigt ist, „mit Nähmaschinen kenne ich mich nämlich überhaupt nicht aus.“ So geht es zu im Repaircafé: offen, freundlich, unkompliziert. Und alle eint die Haltung, dass nicht alles, was nicht mehr funktioniert, gleich weggeworfen und durch Neues ersetzt werden muss – praktischer Umwelt- und Klimaschutz.

Von Christine Tibroni

Im Rahmen seines ökologischen Schuljahres (2016/17) hat das St.-Pius-Gymnasium das Projekt Repaircafé angestoßen, das dann im Januar 2017 in Kooperation mit dem Verein Interkulturelle Begegnungsprojekte (IBP) und den Wirtschaftsbetrieben des Kreises Coesfeld an den Start ging. Die Resonanz war und ist gut. „Im Schnitt kommen knapp 20 Besucher pro Öffnungstag“, weiß Katrin Pree, Lehrerin und Umweltbeauftragte am St.-Pius-Gymnasium. Die meisten Leute kämen mit defekten Kleinelektrogeräten. Und mit Fahrrädern, die mittlerweile ebenfalls fachmännisch repariert werden können. Der Service ist für die Nutzer kostenlos, solange keine speziellen Ersatzteile benötigt werden. Die müssen die Kunden dann erst besorgen und zum nächsten Repaircafé mitbringen. Freiwillige Spenden sind natürlich immer gene gesehen. Nicht allen Besuchern kann geholfen werden, etwa dann, wenn es keine passenden Ersatzteile gibt, der Zeitaufwand zu hoch ist oder die alten Schätzchen einfach auf sind.

Für die E-Bike-Platine besteht tatsächlich keine Hoffnung, für die Nähmaschine durchaus, auch wenn der Zickzack-Stich nach etlichen Versuchen noch immer nicht so recht will. Maria Medding kennt da nämlich eine Fachfrau in Gescher, die vielleicht noch eine Idee hat, und gibt den Kontakt gerne weiter.

7 Das Repaircafé öffnet an jedem vierten Donnerstag im Monat in der Zeit von 15.30 bis 18 Uhr im Werkraum des St.-Pius-Gymnasiums (außer in den Ferien und an Feiertagen). Die Kunden können ohne vorherige Anmeldung vorbeikommen. Falls Wartezeiten entstehen, lassen sich diese bei Kaffee und selbst gebackenem Kuchen (gegen eine Spende) überbrücken.

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