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Mo., 26.02.2018

Vierte Musikalische Nacht zum Thema Irland überzeugt das Publikum/ „Zauber der Anderswelt“ entdecken Spannende Reise über die Grüne Insel

Vierte Musikalische Nacht zum Thema Irland überzeugt das Publikum/ „Zauber der Anderswelt“ entdecken: Spannende Reise über die Grüne Insel

Die Kantorei Anna Katharina, ein Projektorchester, der Organist Lukas Maschke sowie die Solistinnen Evelyn Ziegler und Franziska Orendi eröffneten unter der Leitung von Kantor Ralf Blasi die Musikalische Nacht. Foto: az

Coesfeld. Sechs Konzerte in fünf Stunden. Das erlebten die rund 300 Zuhörer sowie die 80 Mitwirkenden bei der vierten Musikalischen Nacht in der Pfarrei Anna Katharina. Wieder einmal hatte Kantor Ralf Blasi ein glückliches Händchen bei der Zusammenstellung der unterschiedlichen Programmpunkte. Ihnen allen war eines gemeinsam: Sie schlugen einen Bogen zu Irland.

Von Michaela Kiepe

Den Auftakt gestaltete die Kantorei mit einem Projektorchester, dem Organisten Lukas Maschke und den beiden Solistinnen Evelyn Ziegler (Sopran) und Franziska Orendi (Alt). Unter der Leitung von Kantor Ralf Blasi zogen sie die Zuhörer in der voll besetzten Kirche mit der Kantate „Da pacem, Domine“ des zeitgenössischen Komponisten Colin Mawby in ihren Bann. In seinem 2014 uraufgeführten Stück stellt der in Irland lebende Musiker die flehende Bitte um Frieden den Gräueltaten des Krieges gegenüber. Dabei nutzt er eine drastische Musiksprache ebenso wie das Kraftvolle und Festliche der typischen anglikanischen Kirchenmusik. Ebenso beherrscht er die ruhigen Töne, wenn beispielsweise der Chor im A-Capella-Satz „Ave Maria“ die Muttergottes als Fürsprecherin anruft, um im Schlusschor gemeinsam zu bitten „Verleih uns Frieden gnädiglich“. All diese unterschiedlichen Facetten der Kantate vermittelten die Mitwirkenden mit scheinbarer Leichtigkeit dem Publikum, das nach knapp 40 Minuten begeistert die Ausführenden für ihre Leistung feierte.

Nach einer Pause standen die Gäste erstmals vor einer schwierigen Aufgabe. Sie mussten sich für ein Konzert entscheiden. „Ich würde so gern alles hören“, sagte eine Zuhörerin beim Blick in das Programmheft. Sie entschied sich dann für Christine Högl mit ihrer Harfe Iona. In der Kirche entführte die Harfenistin die Zuhörer in die filigrane Klangwelt der Mystik und vermittelte ihnen den „Zauber der Anderswelt“.

Währenddessen erklangen im Saal des Pfarrheims Irische Tänze der Barockzeit. Siv Thomassen (Barockvioline), Barbara Post (Violone) und Ralf Blasi (Cembalo) präsentierten flotte „Jigs and Reels“, die beim Publikum den einen oder anderen Aha-Effekt und Verwunderung hervorriefen. Denn einige der Tänze aus dem 16. und 17. Jahrhundert finden sich noch heute in der typischen irischen Musik.

Auch im nächsten Programmblock fiel vielen Zuhörern die Entscheidung schwer. In der Kirche brachten Sebastian Schmook und Christian Lontzek die Orgel mit dem Dudelsack zusammen. Sie überzeugten das Publikum, dass die beiden Instrumente harmonisch miteinander erklingen können und die Musik einen ganz eigenen Reiz verströmt. Mit launigen Geschichten schlug Lontzek den Bogen von Stück zu Stück. Das Publikum war von dem Zusammenspiel so ergriffen und begeistert, dass das Duo die Kirche nicht ohne eine Zugabe verlassen durfte.

Ganz andere Töne erklangen dagegen im Pfarrheim. Das Vokalensemble Anna Katharina unter der Leitung von Schiffsjunge Ralf Blasi enterte als Piraten der „Ann-Cathrin“ den Saal. Sie unterhielten mit Musik aus komischen Opern von William Schwenck Gilbert und Arthur Sullivan. Der poetische Piratenkapitän Stefan Nierychlo nahm als Moderator das Publikum mit auf die launige Reise ins Innerste der Piratenseelen. Mal augenzwinkernd, mal schmachtend, mal sentimental und mal laut – vielfältig präsentierte sich der spiel- und singfreudige Chor, der mit seinen Interpretationen das Publikum köstlich unterhielt.

Dann war sie vorbei, die Zeit der Entscheidungen. Denn den Abschluss gestaltete das Irish-Folk-Duo Glengar. Sofort ließen sich die Menschen im Saal von ihrer Leidenschaft zur Musik der Grünen Insel anstecken. Fritz (Fiddle) Wesemann und Peter (Paddy) Schmalöer sorgten mit ihren irischen Traditionals für eine Stimmung, wie man sie sonst nur in irischen Pubs erlebt.

„Es war eine rundum gelungene Veranstaltung mit sechs unterschiedlichen, aber gleichermaßen spannenden Konzerten“, lautete das Fazit von Hauptorganisator Ralf Blasi. So eine Veranstaltung ließe sich nur mit vielen fleißigen Helfern im Hintergrund stemmen. Unter anderem engagierten sich zahlreiche Mitglieder der Kantorei und des Kirchenchores. Während der Pausen gab es irische Getränke und eine große Auswahl verschiedener Kleinigkeiten am Buffet. Unterstützung erhielten die Helfer von Abiturienten des Gymnasiums Nepomucenum.

Es war schon nach Mitternacht, als sich die letzten Besucher auf den Weg nach Hause machten. Sicherlich mit dem einen oder anderen irischen Lied im Ohr und der Gewissheit, dass sie in zwei Jahren bei der nächsten Musikalischen Nacht wieder dabei sein werden.

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