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Do., 12.07.2018

Coesfeld Ein schulischer Begleiter namens Kaylan

Coesfeld: Ein schulischer Begleiter namens Kaylan

Slalom laufen, über Hürden springen oder einfach für mehr Ruhe im Unterricht sorgen: Schulhund Kaylan ist überall im Einsatz. Foto: Leon Seyock

Coesfeld. Mit ihren braunen, runden Knopfaugen schaut Kaylan treu in die Runde. Als die Kinder Leckerlis in die Hand nehmen, wedelt sie voller Freude mit der Rute, leckt sich das Maul und versucht sogar, durch Springen näher an den leckeren Geruch heranzukommen. Doch so einfach bekommt Kaylan das Leckerli nicht, denn zuerst muss sie durch einen Parcours laufen: Erst Slalom, dann durch einen Tunnel, über eine kleine Hürde springen und zum Schluss muss sie das Kommando „Round the Baum“ beherrschen. Als sie dann im Ziel auch noch auf „Platz“ gehorcht, hat sie sich ihre Belohnung auch reichlich verdient.

Von Leon Seyock

„Das Schönste ist, wenn wir mit Kaylan spielen können“, sagt Lana. Sie ist mit einem Dutzend Mitschülern in der AG von Lehrerin Birgitta Herkel. „Manchmal gehen wir auch in den Entenpark und bauen einen Parcours auf. Ich habe auch schon mal ein Wettrennen mit Kaylan gemacht“, sagt Lana und freut sich.

Zwei AGs bietet Herkel mit dem Hund, der ein Portugiesischer Wasserhund ist, an. Der erste Kurs ist für die Fünft- und Sechstklässler, der zweite für die Siebt- und Achtklässler. „Auch die älteren haben wirklich Interesse und Spaß an der Arbeit mit dem Hund“, bemerkt Birgitta Herkel.

Fast täglich bringt sie Kaylan mit in die Schule. „Ich nehme sie immer mit in den Unterricht, und die Schüler gehen sehr rücksichtsvoll mit dem Hund um“, berichtet sie. So seien laute Schreie die Seltenheit in Anwesenheit des Hundes.

Seit vier Jahren gibt es die Hunde-AG jetzt schon an der Theodor-Heuss-Realschule. Damals wurde in der Schule ein Hundeprojekt gestartet, daraufhin kam die Idee mit einem Schulhund auf. Natürlich sei auch Skepsis dabei gewesen, aber nicht bei Herkel: Als sie bewiesen hat, dass das Projekt Schulhund funktioniert, sei die Skepsis wie weggeblasen. „Ich habe nach einem geeigneten und allergiker-freundlichen Hund gesucht und bin auf Kaylan gestoßen“, erzählt Birgitta Herkel. Seitdem sie ein kleiner Welpe ist, lebt Kaylan bei der Lehrerin. Sie ist ausgebildeter Therapiehund, „das hat zwei Jahre gedauert“, so Herkel.

Seitdem ist Kaylan in der Schule wortwörtlich bekannt wie ein bunter Hund. Auch in Inklusions-Klassen habe sie den Hund eingesetzt, „und die fahren da voll drauf ab“, sagt Herkel. Oder bei Klassenarbeiten: „Hunde können auch Befindlichkeiten spüren. Wenn bei einer Arbeit gerade jemand nicht weiter weiß und sich die Haare rauft, steht Kaylan auf und geht zu dem Schüler hin. Oft geht es ihnen dann etwas besser, nachdem sie ihr eine kleine Streicheleinheit gegeben haben.“

In der Hunde-AG spielen die Schüler aber nicht nur mit dem Hund, denn auch Theorie zum Verhalten oder zur Anatomie steht auf dem Plan. „Beim Pulsmessen von Kaylan haben die Schüler immer viel Spaß“, freut sich Birgitta Herkel. Und die Kinder seien natürlich stolz, wenn der Hund auf sie hört.

„Bei dieser Arbeit geht mir wirklich das Herz auf“, sagt die Hundebesitzerin. Und eine Win-Win-Situation ist es auch: Durch die AG gehen die Schüler auch zuhause mit ihren Haustieren besser um und wissen, was ihnen gefällt und was nicht.

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