Do., 01.12.2016

Interview mit Dr. Patrick Heers / Vortrag zum Thema Weisheitszähne am morgigen Mittwoch in der VHS „Aufklärung nimmt Ungewissheit“

Interview mit Dr. Patrick Heers / Vortrag zum Thema Weisheitszähne am morgigen Mittwoch in der VHS : „Aufklärung nimmt Ungewissheit“

Dr. Patrick Heers referiert morgen (30.11.) um 19 Uhr. Foto: az

Coesfeld. Drin lassen oder entfernen lassen? Diese Frage beschäftigt auch viele Menschen, wenn es um ihre Weisheitszähne geht. Der Coesfelder Oralchirurg und Zahnarzt Dr. Patrick Heers referiert am Mittwoch (30. 11.) um 19 Uhr umfangreich über alle Themen, die damit zusammenhängen. Der Vortrag des Coesfelder Gesundheitsforums ist für die Zuhörer kostenlos und findet in der VHS im WBK Forum statt (Osterwicker Straße 29).

Von Allgemeine Zeitung

Im Vorfeld dieses Vortrags unterhielt sich AZ-Redaktioonsmitglied Alexander Bitting mit Dr. Patrick Heers und stellte ihm einige Fragen rund um das Thema Weisheitszähne.

Welche Bedeutung haben die Weisheitszähne aus biologischer Sicht; erfüllen sie überhaupt einen Zweck?

Dr. Heers: Weisheitszähne sind ein genetisches Erbe aus Urzeiten, in denen die Kiefer noch etwas größer dimensioniert waren als heutzutage. Mittlerweile haben sie nur noch sehr selten einen Zweck. Studien zufolge haben 80 Prozent der jungen Europäer zu wenig Platz für „den letzten Zahn in der Reihe“. Falls der eher seltenere Fall eintreten sollte, dass der Patient über ausreichend Raum für den Zahn verfügt, kann er natürlich verbleiben und leistet seinen Beitrag. Allerdings ist die Zahnpflege im hinteren Mundbereich erschwert.

An welchen Symptomen merkt man denn, dass die Weisheitszähne zum Problem werden? Wann ist also der Zeitpunkt für eine Entfernung dieser Zähne gekommen?

Dr. Heers: Nicht selten äußern Jugendliche, dass sie ein gewisses Druckgefühl im Kiefer spüren. Das können Anzeichen von Wachstumsschüben der Weisheitszähne sein. Werden sie dann schließlich sichtbar und brechen durch, sieht man häufig eine Entzündung in diesem Bereich. Der Patient hat Schmerzen und kann den Mund nicht mehr ganz so weit öffnen. Manchmal wird dies auch von einer Schwellung begleitet. Leider können dadurch auch vorher gerade stehende Zähne verrückt werden und sich schief stellen. Besser ist es, wenn man es bei den Jugendlichen gar nicht so weit kommen lässt und schon vor dem Durchbruch ein Röntgenbild anfertigt. Auf diesem kann man genau sehen, wie weit das Wachstum der Weisheitszähne fortgeschritten ist und in welche Richtung sie wachsen. Daraufhin kann man individuell besprechen, wann und wie vorzugehen ist. Bei den meisten Patienten werden die Zähne daher bereits vor dem Durchbruch entfernt.

Was für Behandlungsmethoden gibt es generell, um Weisheitszähne möglichst schmerzfrei und unkompliziert zu entfernen? Gibt es Risiken?

Dr. Heers: Da es sich bei der Weisheitszahnentfernung in der Regel um eine geplante Operation handelt, sollte man im Vorhinein mit dem Patienten genau den Ablauf und den Eingriff selbst mit allen potenziellen Risiken besprechen. Eine differenzierte Aufklärung nimmt die Ungewissheit und nicht selten auch einiges vom Unwohlsein vor der OP. In der Regel lassen sich die Weisheitszähne gut und schmerzfrei unter einer lokalen örtlichen Betäubung entfernen. Wenn aber doch von Patientenseite zu viel Respekt vor dem Eingriff bestehen sollte oder die Weisheitszähne sehr stark verlagert sind, bietet die Vollnarkose oder die Sedierung eine Alternative. Diese wird in unserer Praxis immer in Zusammenarbeit mit einem Narkosearzt durchgeführt und stellt für uns einen Routine-Eingriff dar.

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