Mo., 17.02.2014

„Brustbefund-Was nun?“ - Vortrag von Dr. Middermann-Blank am Mittwoch (19.2.) Gute Heilungschancen

Coesfeld. Sie ist eine empfohlene Methode zur Früherkennung und löst oft einen Schock bei betroffenen Frauen aus: Wer bei der Selbstuntersuchung der Brust einen Knoten entdeckt, muss sich die Frage stellen: Was ist zu tun? Aus Angst vor einer Krebsdiagnose scheuen viele Frauen den Gang zum Arzt. Dabei sind die meisten Knoten oder Veränderungen in der Brust gutartig und es kann durch einfache Untersuchungen häufig schnell „Entwarnung“ gegeben werden. Frau Dr. Ute Middermann-Blank, Leiterin des Brustzentrums Münsterland am Standort Coesfeld bietet dazu am Mittwoch, (19. 2.) im Rahmen des Gesundheitsforums Coesfeld einen Vortrag mit dem Thema „Brustbefund-Was nun?“ an. Der Vortrag beginnt um 19 Uhr im Vortragsraum der Christophorus-Kliniken in Coesfeld. Darin wird Frau Dr. Middermann-Blank, Chefärztin der Frauenklinik der Christophorus-Kliniken am Standort Coesfeld den Weg einer Frau mit einem Brustbefund von Beginn der Diagnosestellung bis zur Therapie und Nachsorge darstellen. AZ-Redaktionsmitglied Thomas Lanfer führte mit Frau Dr. Middermann-Blank folgendes Interview.

Von Allgemeine Zeitung

Frau Dr. Middermann-Blank, nicht jede Veränderung im Brustgewebe ist bösartig. Wie hoch ist der prozentuale Anteil an gutartigen und damit relativ harmlosen Veränderungen bei der Gesamtzahl der Befunde?

Ute Middermann-Blank: Bei den meisten Knoten in der Brust handelt es sich um gutartige Tumore. Hierzu zählen vor allem Zysten und sogenannte Fibroadenome, dies sind bindegewebige Knoten, die vor allem bei jungen Frauen gehäuft vorkommen. Um einmal ein paar Zahlen zu nennen: im vergangenen Jahr haben wir im Vincenz Hospital bei etwa 400 Brustbefunden eine Probe entnommen; bei 160 Frauen haben wir einen Brustkrebs gefunden.

Eine Krebsdiagnose ist immer ein Schock. Wie sind die Heilungsaussichten?

Ute Middermann-Blank: Zunächst einmal haben Sie Recht: eine Krebsdiagnose ist immer ein Schock, aber insbesondere der Brustkrebs ist gut zu behandeln. Wir finden außerdem durch die immer besser werdende Vorsorge und vor allem durch das Brustkrebs Screening immer mehr Frauen in sehr frühen Stadien der Erkrankung, oft sogar noch im Stadium der sogenannten Krebsvorstufe. Allgemein gilt; je früher wir die Krankheit erkennen, umso besser sind die Erfolgsaussichten auf eine Heilung.

Welche Behandlungsmöglichkeiten hat die moderne Medizin?

Ute Middermann-Blank: Die Therapie der Erkrankung besteht im Wesentlichen aus drei Säulen. In der Regel steht die Operation an erster Stelle. Bei erhöhtem Risiko eines Rückfalls der Erkrankung wird zusätzlich eine Chemotherapie durchgeführt. Die Bestrahlung folgt als dritte Säule immer bei brusterhaltender Therapie , manchmal auch nach Entfernung der Brustdrüse. Sollte der Tumor hormonabhängig gewachsen sein wird für mindestens 5 Jahre noch eine Antihormontherapie durchgeführt. Die Behandlung des Brustkrebses ist oft langwierig und auch beschwerlich, aber die Heilungschancen liegen in frühen Erkrankungsstadien mittlerweile über 80% .

Das Brustzentrum Münsterland bietet sehr gute Voraussetzungen für eine erfolgreiche Therapie. Welche Vorteile hat die Patientin dieses Kompetenzzentrums?

Ute Middermann-Blank: Das Brustzentrum Münsterland besteht inzwischen seit 10 Jahren. Es gehört zu den ersten zertifizierten Zentren in NRW. Das Team ist in den Jahren gewachsen und inzwischen wird die komplette Behandlung in Coesfeld durchgeführt. Vom Screening über die Operation bis zur onkologischen Behandlung und der Stahlentherapie wird jede Einheit in Coesfeld vorgehalten. Die verschiedenen Einheiten arbeiten Hand in Hand und die Wege für die Patientinnen sind kürzer geworden.

Selbstuntersuchung und Mammografie-Screening sind wichtige Instrumente zur Früherkennung von Veränderungen im Brustgewebe. Wie lauten Ihre Empfehlungen zu Häufigkeit dieser Maßnahmen und zur Reaktion auf einen möglichen Befund?

Ute Middermann-Blank: Was das Mammographie-Screening betrifft ist diese Frage leicht zu beantworten: Frauen zwischen 50 und 70 Jahren werden alle zwei Jahre angeschrieben und zur Screening-Untersuchung eingeladen. Dies reicht aber als Früherkennung von Brustkrebs bei weitem nicht aus. Ich werde nicht müde, die Frauen zur Durchführung der Selbstuntersuchung anzuhalten. Wichtig ist auch die engmaschige Vorsorge bei den niedergelassenen Frauenärzten und Frauenärztinnen. Und wie gesagt: in vielen Fällen kann Entwarnung gegeben werden. Falls sich jedoch wirklich ein Brustkrebs findet, ist er gut heilbar wenn er früh genug erkannt und behandelt wird!

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