Mo., 18.02.2013

Dr. Norbert Riedel hält morgen Vortrag über moderne Behandlungen bei Gebärmutter-Erkrankungen Individuelle Therapie für jede Frau

Coesfeld. Das war ein ebenso informativer wie erfolgreicher Auftakt zur Vortragsreihe des „Gesundheitsforums Coesfeld“, zu dem Dr. Andreas Nemec, Frank Mader und Dr. Volker Günnewig über das Thema „Problemkeim MSRA“ informierten.

Von Allgemeine Zeitung

Den zweiten Vortrag der Reihe wird am morgigen Mittwoch (20. 2.) Dr. Norbert Riedel bestreiten. Der Chefarzt der Frauenklinik der Christophorus-Kliniken referiert zum Thema „Schonend und möglichst erhaltend – moderne Behandlungen bei Gebärmutter-Erkrankungen“.

Beginn ist um 19 Uhr im Vortragsraum im Vincenz-Hospital in Coesfeld. Die Veranstaltung ist kostenfrei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Zum Thema Gebärmutter-Erkrankungen führte AZ-Redakteurin Manuela Reher mit Dr. Norbert Riedel das folgende Interview.

Welche Gebärmutter-Erkrankungen gehören zu den häufigsten und warum?

Riedel: Die häufigsten Erkrankungen der Gebärmutter sind Blutungsstörungen, zum Teil kombiniert mit weiteren Beschwerden. Oftmals gibt es einen Bezug zu spezifischen Lebensphasen von Frauen und die Grenze zwischen alltäglichen Beschwerden und Störungen und medizinisch behandlungsbedürftigen Diagnosen sind häufig verwischt. Die Beeinträchtigungen stehen zudem häufig in einem engen Zusammenhang zu persönlichen Lebensumständen, und die Wahrnehmung als Krankheit ist durchaus sehr unterschiedlich. Häufige Ursachen von Blutungsstörungen sind gutartigen Veränderungen wie zum Beispiel die Bildung von Muskelknoten (Myomen), Schleimhautpolypen sowie Gebärmutterschleimhautwucherungen aufgrund hormoneller Regulationsstörungen. Durch die heute verfügbaren diagnostischen Möglichkeiten lässt sich häufig bereits im Vorfeld eine recht genaue Diagnose erstellen und eine für die Patientin passende Therapie kann gewählt werden, wobei die modernen Methoden der Gebärmutterspiegelung, der isolierten Gebärmutterschleimhauttherapie sowie operative Bauchspiegelung im Gegensatz zu früher häufig einen gebärmuttererhaltenden Eingriff ermöglichen. Häufigste organische Erkrankungen sind die Gebärmuttermyome, die bei etwa jeder dritten Frau ab 35 Jahren nachgewiesen werden können, wobei allerdings eine Operation nur bei Beschwerden notwendig wird.

Wie unterscheiden sich die heutigen Behandlungsmethoden von den früheren?

Riedel: Neben den genannten Blutungsstörungen können weitere Veränderungen der Gebärmutter wie eine Senkung, dieses häufig auch in Kombination mit einer Senkung der Harnblase und Harninkontinenz, Endometriosen sowie ausgedehnte entzündliche Erkrankungen häufig gebärmuttererhaltend operiert werden, während früher die Lösung des Problems meist in einer Gebärmutterentfernung bestand. Diese Entscheidungen waren bei dem seinerzeitigen Stand der diagnostischen und der operativen Möglichkeiten sicherlich richtig, sind heute aber in dieser Häufigkeit sicherlich nicht mehr angezeigt.

Warum kann es wichtig sein, die Gebärmutter zu erhalten?

Riedel: Organerhaltende Operationen sind sinnvoll, weil ein derartiger Eingriff meist weniger belastend und risikoärmer ist. Darüberhinaus ist der Erhalt der Gebärmutter für viele Frauen aus emotionalen Gründen sehr wichtig, wobei ein gar nicht so kleiner Anteil von Frauen aufgrund jahrelanger starker und zum Teil nicht planbarer Beschwerden letztlich doch einen Zeitpunkt erreicht, an dem sie sich gerne von der Gebärmutter trennen möchten. Dennoch ist es unbestritten, dass die Gebärmutter als sehr zentrales weibliches Organ eine wichtige Rolle für das eigene Körpergefühl und für die Identifikation als Frau und gegebenenfalls als Mutter spielt. Hier bietet die moderne gynäkologische Medizin auch Kompromisslösungen an, wie zum Beispiel eine Teilentfernung der Gebärmutter unter anderem bei Myomerkrankungen mit mehreren oder großen Myomen oder auch bei einer sogenannten Adenomyosis, bei der tief in die Gebärmuttermuskulatur eingewachsene Gebärmutterschleimhaut zu häufigen und schmerzhaften Blutungen führt. Als kleine Ergänzung zu dem Hauptthema werden auch bösartige Erkrankungen der Gebärmutter angesprochen, wobei hier organerhaltende Verfahren eher selten möglich sind. Trotzdem ist ein schonender Umgang mit dem Körper der Frau möglich, indem zum Beispiel durch ein laparoskopisches Verfahren (Bauchspiegelung) eine aufwändige komplette Längseröffnung des Bauches vermieden werden kann und nur einige wenige 5-Millimeter-Einstiche für die laparoskopischen Instrumente notwendig sind bei gleicher Radikalität des operativen Eingriffes.

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