Fr., 10.05.2013

Dr. med. José-Manuel Borde-Ondarra spricht im Rahmen des Gesundheitsforums über Medikamente im Alter „Nebenwirkungen dem Arzt mitteilen“

Coesfeld. Um das Thema „Medikamente im Alter“ geht es im nächsten Vortrag des Gesundheitsforums mit Dr. med. José-Manuel Borde-Ondarra. Er referiert Mittwoch (15. 5.) um 19 Uhr in der Aula des St.-Vincenz-Hospitals (Eintritt frei). Den 56-jährigen Chefarzt der Christophorus-Kliniken interviewte unser Redaktionsmitglied Uwe Goerlich.

Von Allgemeine Zeitung

Gibt es eine Faustformel, was bei Medikamenten sinnvoll und was zu viel ist?

Borde-Ondarra: Bereits ein Medikament kann eins zuviel sein! Wenn Sie aber täglich fünf oder mehr einnehmen, sollten Sie mit Ihrem Hausarzt besprechen ob alle Medikamente unbedingt nötig sind.

Viele Senioren müssen täglich sieben und mehr Medikamente einnehmen. Was wird am häufigsten verschrieben?

Borde-Ondarra: Am häufigsten werden Herzkreislauf-Medikamente eingenommen, z.B. gegen zu hohem Blutdruck, bei Herzschwäche oder Herzrhythmusstörungen. Häufig werden auch Schmerzmittel, Blutverdünnungsmittel , Medikamente für die Psyche einschließlich Schlafmittel verordnet.

Welche Nebenwirkungen treten dabei üblicherweise auf und was kann man dagegen tun?

Borde-Ondarra: Jedes wirksame Medikament kann jeweils für diese Substanz typische Nebenwirkungen verursachen, sie stehen schön aufgereiht auf den Beipackzettel. Im hohen Alter ist es aber sehr häufig, dass sich die im Beipackzettel beschriebenen Nebenwirkungen anders zeigen als in jüngeren Jahren. Deswegen werden diese untypische Nebenwirkungen immer wieder nicht als solche erkannt.

Wer behält im Auge, ob die Kombination der Medikamente nicht mehr schadet als nutzt?

Borde-Ondarra: Hier ist natürlich der behandelnde Arzt gefragt. Der Patient selber sollte aber seine Beobachtungen nach Medikamenteneinnahme, gerade in der ersten Zeit, seinem Arzt mitteilen. Keiner kennt seinen Körper besser als der Patient selbst.

An wen kann man sich wenden, wenn man unsicher ist?

Borde-Ondarra: Der Hausarzt sollte immer der erste Ansprechpartner sein. Von selbstständigen unkontrollierten Absetzen von Medikamenten muss hier gewarnt werden, dies kann im Einzelfall sehr gefährlich sein.

Manche denken, je mehr ich an Medikamenten weglassen kann, desto gesünder ist es für meinen Körper. Würden Sie das so unterschreiben?

Borde-Ondarra: Sicher nicht. Wenn ich gesund bin oder nur eine leichte Befindlichkeitsstörung habe brauche ich keine Medikamente. Fragen Sie aber jemand mit schwerem Rheuma und chronischen Schmerzen, ob er auf seine Medikamente verzichten will! Wenn ich krank bin, sind Medikamente bei richtiger Indikation, Anwendung und Verträglichkeit ein Segen für die Patienten.

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