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Fr., 13.12.2013

Junge Szene Am Rande der Unmöglichkeit

Die Arena (orig.: Under the Dome); Stephen King; Taschenbuch-Ausgabe: 12,99 Euro; Heyne-Verlag

Von Allgemeine Zeitung

Eingesperrt, ausgeliefert und völlig von der Außenwelt abgeschnitten. Das sind die Einwohner der amerikanischen Kleinstadt Chester’s Mill. Eines Tages senkt sich eine unsichtbare Kuppel über die Gemeinde und schließt alles unter sich ein. Undurchdringlich, unzerstörbar und unglaublich beängstigend. Ursache für das seltsame Gebilde ist unklar. Experiment? Terrorangriff auf Amerika? Oder doch Außerirdische?

Die Nerven der Bürger liegen blank. Hinzu kommt ein machtsüchtiger Tyrann, Jim Rennie, der die Kuppel zu seinen Zwecken ausnutzt und es geschickt versteht, die Einwohner dahingehend zu manipulieren, dass ihm schon bald die gesamte Gewalt über Chester’s Mill zusteht. Knappe Ressourcen und die Ausweglosigkeit der Menschen machen das Überleben nicht gerade einfacher.

Stephen King versteht es, die Leser vor die tiefsten Abgründe menschlichen Daseins zu stellen. Mit seinen fantastischen Thrillern kratzt er zwar an der Schwelle zur Unmöglichkeit, bleibt aber durchaus im Rahmen der Realität. Trotz einer plötzlich vom Himmel fallenden Kuppel kommt der Leser nicht auf die Idee, diese Absurdität infrage zu stellen. Er konstruiert eine Extremsituation und stellt das Agieren des Menschen in diesem Zusammenhang dar, sodass er uns die Grausamkeit unserer eigenen Spezies kritisch unter die Nase reibt.

Der Bestsellerautor formuliert geradeaus sowie direkt und verleiht dem Ganzen so einen gewissen Horroreffekt: „Eine Wolke aus weißem Licht füllte seinen Kopf aus, als der Splitter sein Auge herausdrückte und in seinem Gehirn stecken blieb.“ Auch wenn die Personenkonstellationen und die Rolle, die jede einzelne spielt, längere Zeit unklar bleiben, fesselt das Buch von der ersten Seite an. Dies wird durch rätselhafte Andeutungen am Ende eines Kapitels noch verstärkt. „Rory Dinsmore verunglückte nicht. Vielleicht wäre es besser gewesen, wenn er es getan hätte.“ Charleen Florijn

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