Alberto Grzanowski (14) spielt im Sommerstück der Freilichtbühne Billerbeck mit / „Man muss Bock drauf haben“
„Krasse Szenen fordern einen schon“

Billerbeck. An einem verregneten Sonntag spielt die Freilichtbühne Billerbeck ihr diesjähriges Sommermärchen „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“. Schon zwei Stunden vor der Vorstellung herrscht reges Treiben im Spielerbereich des Bühnenheims. Zu den Schauspielern gehört auch Albero Grzanowski (14). Er spielt im Sommerstück die Rolle des Prinzen. Junge-Szene-Mitglied Kim Kösters hat sich mit ihm getroffen und ihm einige Fragen gestellt.

Donnerstag, 06.07.2017, 17:33 Uhr

Alberto Grzanowski (14) spielt im Sommerstück der Freilichtbühne Billerbeck mit / „Man muss Bock drauf haben“ : „Krasse Szenen fordern einen schon“
Die Freilichtbühne Billerbeck ist Alberto Grzanowskis Hobby – ein sehr zeitaufwendiges, wie er sagt. Foto: Kim Kösters

Alberto, wie lange bist du schon bei der Freilichtbühne und was war dein erstes Stück?

Albero Grzanowski: An der Freilichtbühne spiele ich jetzt seit (überlegt kurz) sechs Jahren, mein erstes Stück war Die Schneekönigin! Da habe ich eine Doppelrolle gespielt – einen Pagen und einen Schneehasen.

Und wie bist du dazu gekommen, bei der Freilichtbühne zu spielen?

Albero: Meine Eltern, das heißt eigentlich nur mein Vater, haben im Stück davor mit gespielt. Das fand ich sehr interessant, deshalb habe ich mich dann für das kommende Winterstück gemeldet! Ich habe auch davor schon in der Schule Theater gespielt und wusste deshalb schon, dass es mir Spaß machen würde.

Das heißt, du bist definitiv schon ein alter Hase! Wie sieht es aus, was war in deinen sechs Jahren deine Lieblingsrolle?

Albero: Meine Lieblingsrolle…Uff, da würde ich sagen, es war der kleine Vampir im gleichnamigen Stück (Winterstück 2013). Das besondere an dieser Rolle war, dass es eben mal nicht etwas war, in das man sich sehr einfach hinein versetzen konnte. Eine fordernde Rolle, die eben was ganz anderes war. Generell das ganze Stück war etwas anderes. Der kleine Vampir ist eher wild und rebellisch und niemand, den man direkt liebhat. (lacht)

Also magst du die Herausforderung, wenn die Rolle keine einfache ist. Was war denn bisher deine schwerste Rolle? Und warum?

Albero: Ein Jahr später habe ich bei „Es ist ein Elch entsprungen“ (2014) die Hauptrolle des Jungen der Familie, in die der Elch eben kommt, gespielt. Im Stück durchlebt er viele, sehr unterschiedliche Gefühlslagen. Einerseits trennen sich seine Eltern, was für ihn sehr stressig und auf keinen Fall schön ist. Andererseits muntert ihn der Elch auch immer wieder auf. Gerade diese Wechsel, die zwischen den Einzelnen Szenen sehr krass sein können, haben mich sehr gefordert.

Also sind es gar nicht Text und Kostüm, die die größte Herausforderung darstellen, sondern viel mehr die Emotionen der Rolle?

Albero: Ich würde das schon so sehen. Auf jeden Fall hatte ich selber noch nie Probleme damit, meinen Text zu lernen und auch mit einem Kostüm war ich noch nie so unzufrieden, dass ich es auf keinen Fall tragen wollte! Nein, diese Wechsel zwischen den Szenen gehören definitiv zu den schwierigsten Dingen.

Belegst du denn Fortbildungen für so etwas?

Alberto: Von der Freilichtbühne selber belege ich so etwas nicht, aber man lernt außerhalb auch etwas. Zum Beispiel in der Schule, wo ich seit diesem Jahr auch Darstellen und Gestalten im Unterricht habe, lernt man eine Menge, was man auch hier an der Bühne anwenden kann.

Das klingt auf jeden Fall, als hättest du eine Menge Spaß am Theater. Wie viel Zeit kann denn die Freilichtbühne so beanspruchen? Bleibt da noch Zeit für andere Hobbies?

Albero: Wenn ich mitspiele, dann mache ich mir natürlich vorher erst einmal immer Gedanken, ob ich überhaupt Bock habe, denn das funktioniert auch nur, wenn man wirklich Lust hat. Gerade wenn es in die Endphase der Probenzeit (circa vier Wochen vor der Premiere) geht, dann ist man gerne mal jeden Tag und am Wochenende auch den ganzen Tag an der Bühne. Also ist es sehr zeitaufwendig, aber da es mir Spaß macht, macht es mir nichts aus, so viel Zeit hier an der Bühne zu verbringen.

Dann noch eine letzte Frage. Auch wenn du sagst, dass du immer Spaß hast: Was ist denn das Beste an einer Spielsession?

Albero: Das Beste sind – finde ich – die Premiere und die Feuerwerksvorstellung mit anschließender Feier. Wobei ich das Feuerwerk immer noch einen Tick besser finde. Da es Abends ist, verwandelt das rund zehnminütige Feuerwerk die Bühne in ein richtiges… (überlegt kurz) Lichtermeer! Das ist wirklich sehr schön, gerade weil man es natürlich auch selber aus dem Zuschauerraum ansehen kann.

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