Di., 16.12.2014

Kleidung wird ab sofort kommunal verwertet / Neun Container in Gescher und Hochmoor aufgestellt Neue Wege für alte Textilien

Kleidung wird ab sofort kommunal verwertet / Neun Container in Gescher und Hochmoor aufgestellt : Neue Wege für alte Textilien

Freuen sich über den Start der kommunalen Altkleidersammlung (v.l.): EGW-Geschäftsführer Peter Kleyboldt, Bürgermeister Hubert Effkemann und Verwaltungsmitarbeiterin Claudia Hisker am neuen Containerstandort Eschstraße. Foto: Jürgen Schroer

Gescher. Die ersten gut gefüllten Kleidersäcke für den neuen Sammelcontainer der Entsorgungsgesellschaft Westmünsterland (EGW) in Gescher hatten Bürgermeister Hubert Effkemann und EGW-Geschäftsführer Peter Kleyboldt am Montag gleich mitgebracht: Denn mit den ersten Altkleidercontainern startet die EGW im Kreisgebiet eine kommunale Altkleidersammlung in Kooperation mit 15 Kommunen und dem Kreis Borken.

Von Allgemeine Zeitung

Immer noch, so die EGW, landen zu viele Altkleider, die noch genutzt werden könnten, im Restmüll. Jährlich sortieren deutsche Haushalte etwa 750 000 Tonnen Textilien aus. Nur ein kleiner Teil davon wird für die soziale Arbeit in Deutschland benötigt. Um auch die überzähligen Mengen sinnvoll zu verwerten, bietet die kommunale Altkleidersammlung im Kreis Borken ab sofort eine zusätzliche Sammelmöglichkeit: farbenfrohe, grüne Altkleidercontainer!

Um an den Rohstoff Altkleidung zu kommen, werden bis Silvester rund 200 einheitlich gestaltete Sammelcontainer im Kreisgebiet aufgestellt. Neun davon sind in Gescher platziert, wobei die Standorte Eschstraße und Feuerwehrgerätehaus Hochmoor neu hinzugekommen sind. Ziel der Initiative ist es, „den Wildwuchs der gewerblichen Sammlung von Altkleidern“ zu reduzieren – und das Ortsbild an den Containerstandorten zu verbessern.

Die Erlöse der Sammlung – etwa 500 Euro pro Container jährlich – kommen den kommunalen Gebührenhaushalten und somit allen Bürgern zu Gute. So kann laut Kleyboldt jeder selber entscheiden, ob er etwas für stabile Müllgebühren tun oder ob er die caritativen Organisationen unterstützen möchte. Das neue Modell sei mit den caritativen Sammlern abgestimmt worden, hier gebe es ein Miteinander.

Was die Verwertungswege angeht, so verpflichten sich EGW, Kreis und Kommunen zur Transparenz. Altkleider und Schuhe werden in einer Sortieranlage bei Bremerhaven in bis zu 450 verschiedene Fraktionen getrennt. Von den gesammelten Textilien werden beispielsweise 20 Prozent zu Putzlappen verarbeitet, 20 Prozent werden als Dämmmaterial in der Automobilindustrie verwendet und 50 Prozent erhalten im Sinne der Wiederverwendung ein „neues Leben“ als Second-Hand-Kleidung.

Hauptabnehmer sind Großhändler in Südamerika, Osteuropa und Afrika. Rund 70 Prozent der Weltbevölkerung kleidet sich laut EGW-Mitteilung mit Second-Hand-Ware ein. Für den größten Teil der dortigen Bevölkerung sei Second-Hand-Bekleidung die einzig bezahlbare Möglichkeit, sich angemessen zu kleiden.

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