Fr., 04.04.2014

Bauausschuss befürwortet kommunale Alttextilsammlung / Karitative schützen Gewerbliche zurückdrängen

Gescher. Mit Altkleidern lässt sich derzeit richtig Geld verdienen. Deshalb tummeln sich immer mehr Gewerbliche auf diesem Markt, teilweise auch mit illegalen Sammlungen. Hier soll nun kreisweit gegengesteuert werden: Durch den Aufbau einer kommunalen Alttexilsammlung sollen gewerbliche Sammlungen ab 2015 untersagt werden können. Die Städte delegieren die Aufgabe auf den Kreis Borken, der über seine Entsorgungsgesellschaft Westmünsterland (egw) für eine europaweite Ausschreibung sorgen wird. Der Bauausschuss stimmte dieser Vorgehensweise am Donnerstag ohne Diskussion zu.

Von Jürgen Schroer

Ausdrücklich befürwortet werden die gemeinnützigen Sammlungen, wie sie seit Jahren von DRK, KAB und Kolping durchgeführt werden. Sie würden beispielsweise durch die Bereitstellung von Depotcontainerstandorten im Stadtgebiet unterstützt und sollen ihren Stellenwert behalten. Problematisch sind dagegen nach Darstellung der Verwaltung die Aktivitäten der gewerblichen Sammler. Zu beobachten sei, dass Privatfirmen immer öfter ohne Genehmigung Sammelcontainer auf städtischen oder privaten Flächen platzierten. Ferner stellten gewerbliche Sammler gerade in Zeiten hoher Altkleider-Verkaufserlöse Sammelbehälter wie Körbe oder Eimer vor die Hauseingänge. Nicht selten werde dabei verbotenerweise der Eindruck erweckt, dass es sich um Sammlungen für einen mildtätigen Zweck handele. Der Erlös der karitativen Sammlungen werde dadurch „nachhaltig geschmälert“, heißt es.

Eine Arbeitsgruppe auf Kreisebene hat nun Möglichkeiten ausgelotet, wie gegengesteuert werden kann. Dazu soll eine kommunale Alttextilsammlung eingeführt werden. Nur so sei es rechtlich möglich, den kommunalen Einfluss auf die Alttextilsammlungen vor Ort zu wahren. Ausgeschrieben werden laut Vorlage die Aufstellung der Container, die Reinigung der Standplätze, die Leerung der Container und die Verwertung der Alttextilien, wobei die Vergabe losweise für jede Kommune erfolgen soll. Bei der derzeitigen Marktlage dürften die Erlöse die Aufwendungen des Sammlers übersteigen – für Gescher wird mit Einnahmen von 9000 bis 12 000 Euro jährlich gerechnet. Bei einem Preisverfall für Alttextilien könne dieses Modell aber auch zu einem Zuschussgeschäft werden.

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