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Fr., 19.02.2016

Gedenkstätte auf dem Friedhof entsteht nach Entwurf von Norbert Then / Bürgerstiftung fördert Projekt Sternenkindern ganz nahe sein

Gedenkstätte auf dem Friedhof entsteht nach Entwurf von Norbert Then / Bürgerstiftung fördert Projekt : Sternenkindern ganz nahe sein

Nach diesem Modell des Stadtlohner Künstlers Norbert Then soll die Gedenkstätte für Sternenkinder auf dem Friedhof verwirklicht werden. Zentrales Element ist eine Ornamentkugel aus Kupferdraht mit eingearbeiteten Glaskristallen. Foto: Jürgen Schroer

Gescher. Norbert Then hält eine kleine Kristallkugel ins Lampenlicht. Der Effekt sind bunte, sternenartige Punkte, die über die grüne Fläche auf seinem Modell wandern. „So ähnlich wird das auch in der Realität aussehen, wenn das Sonnenlicht in unterschiedlichen Winkeln einfällt“, sagt der Stadtlohner Künstler (53). Nach seinem Entwurf soll auf dem Friedhof Gescher eine Gedenkstätte für Sternenkinder entstehen – mit finanzieller Unterstützung der Bürgerstiftung, die dies zu ihrem ersten Förderprojekt erkoren hat. Um die Umsetzung kümmern sich Heike Ebbert-Brüggemann und Maria Göring-Kemper als Vertreterinnen der örtlichen Kirchengemeinden. „Wir wollen einen würdigen Ort, an dem Eltern um früh verstorbene Kinder trauern können“, sagt Göring-Kemper. Bis zum Frühsommer soll die Gedenkstätte mit Begräbnisbereich verwirklicht sein.

Von Jürgen Schroer

Der frühe Verlust eines Kindes in der Schwangerschaft ist nur schwer erträglich, aus Vorfreude wird plötzlich Schmerz und tiefe Trauer. Anders als früher besteht heute eine Bestattungspflicht für verstorbene Kinder auch mit weniger als 500 Gramm Gewicht, „Sternenkinder“ genannt. Für Eltern und Angehörige, die dieses Schicksal trifft, gibt es bislang keinen Ort der Trauer in Gescher. Eine Lösung zeichnete sich im letzten Jahr ab, als sich Ex-Bürgermeister Hubert Effkemann offen für eine Gedenkstätte auf dem städtischen Friedhof zeigte und die Bürgerstiftung eine Finanzierung in Aussicht stellte. „Die Stadt stellt eine wunderschöne Fläche zur Verfügung“, freut sich Heike Ebbert-Brüggemann. Auf einer Rasenfläche mit Rotbuche unweit der Kindergräber soll die Gedenkstätte Platz finden.

Mehrere Künstler aus der Region sind angesprochen worden, der Entwurf von Norbert Then – Inhaber des Kunstklärwerkes Stadtlohn – überzeugte auf Anhieb. Die Integration des vorhandenen Baumes, die Spektrallichter erzeugende Kugel als Symbol des Lebens, die asymmetrisch angeordneten Grabstellen, all das entspricht den Zielvorgaben für die gewünschte Anlage. Die Liegestätten der Sternenkinder sollen mit Metallsternen gekennzeichnet werden, die auf Wunsch beschriftet werden – mit Namen, Jahreszahl oder einem Spruch, wenn die Eltern dies wünschen. „Die Gesamtgestaltung und die Symbolik sind sehr gelungen“, findet Ebbert-Brüggemann. Ganz bewusst, so Göring-Kemper, sei auf christliche Zeichen verzichtet worden. Die Gedenkstätte solle religionsübergreifend sein – für alle, die um verlorene Kinder trauern.

Auch wenn die Bürgerstiftung den Großteil der Kosten für die Gedenkstätte übernehmen will, ist von den Initiatorinnen noch Eigenleistung gefordert. Wer bei Fundamentierung, Steinarbeiten oder Bepflanzung helfen (oder dafür spenden) möchte, kann sich gerne unter Tel. 4781 (Ebbert-Brüggemann) oder Tel. 7433 (Göring-Kemper) melden.

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