Mo., 13.03.2017

Selbsthilfegruppe „Parki-WM“ in Gescher gegründet / Treffen im Vier-Wochen-Rhythmus Parkinson die Stirn bieten

Selbsthilfegruppe „Parki-WM“ in Gescher gegründet / Treffen im Vier-Wochen-Rhythmus : Parkinson die Stirn bieten

Foto: az

Gescher. „Vor vier Jahren bekam ich die Diagnose Parkinson. Vor mir sah ich eine ungewisse Zukunft. Ängste und Sorgen begleiteten mich. Den Austausch mit Gleichgesinnten in einer Selbsthilfegruppe habe ich zunächst weit von mir geschoben. So musste ich die Krankheit mit mir selbst ausmachen. Dass auch meine Frau Angst und Sorgen plagten, konnte ich gar nicht berücksichtigen, so sehr war ich mit mir selbst beschäftigt. Ein Bekannter machte mich mit einer Selbsthilfegruppe bekannt. Widerwillig bin ich dorthin gegangen. Doch seitdem habe ich kaum ein Treffen verpasst. „Du bist offener und gelassener geworden“, hat man mir später gesagt. Meiner Frau geht es seitdem ebenfalls besser, da auch sie durch die Gruppe begleitet wird.“

Von Helene Wentker

Mit diesem Fallbeispiel und einem selbst gestalteten Flyer macht die neue Gruppe „Parki-WM“ auf sich aufmerksam. Dabei steht „WM“ nicht für Weltmeisterschaft, sondern für Westmünsterland. „Parki-WM“ wurde in Gescher gegründet und ist in Gescher beheimatet: Im November setzten sich die Gründungsmitglieder und Parkinsonpatienten Reinhard Resing (52) aus Vreden und Bernd Thesing (56) aus Stadtlohn mit ihrer behandelnden Logopädin Ina Benning aus Gescher zusammen, um eine Parkinson-Selbsthilfegruppe für jung(gebliebene) Betroffene auf den Weg zu bringen. Seither trifft man sich im Vier-Wochen-Rhythmus jeweils mittwochs zwischen 19 und 21.30 Uhr in Ina Bennings Praxis an der Hofstraße. Das Angebot schreibt schon jetzt eine kleine Erfolgsgeschichte. Denn inzwischen sind es zwölf Parkinsonpatienten, die regelmäßig zu den Gruppenabenden kommen. Und um weitere werben Resing und Thesing.

Die „Parki-WM“ sei eine Gruppe mit Stammtischcharakter, sagen beide. In lockerer Atmosphäre tausche man sich aus, gebe Informationen weiter, sodass einer vom anderen und seinen Erfahrungen profitieren könne. Auch Fachvorträge will die Gruppe künftig gelegentlich organisieren oder besuchen. Und Unternehmungen wie Grillabend oder Ausflug sollen ebenfalls auf dem Programm stehen. „Viele Patienten scheuen die Öffentlichkeit. Doch in dem geschützten Raum über die Krankheit und ihre Auswirkungen zu reden fällt leichter“, sagt Resing.

Relativ wenig sei über die Parkinson-Erkrankung bekannt, meinen die beiden Gruppen-Gründungsmitglieder. „Viele Menschen verbinden mit Parkinson auffälliges Zittern“, sagen sie. Doch weit mehr Symptome wie etwa Muskel- und Gelenksteifigkeit, abnehmender Geruchssinn und später Sprach- und Schluckbeschwerden gehörten zu Parkinson, das oft in den Lebensjahren zwischen 40 und 50 seine ersten Anzeichen zeige und das die „Krankheit mit den tausend Gesichtern“ genannt werde.

Das nächste Treffen für Betroffene findet am 5. April ab 19 Uhr in der Praxis für Logopädie – Ina Benning – an der Hofstraße 71 statt.

0 Reinhard Resing aus Vreden (l.) und Bernd Thesing aus Stadtlohn haben gemeinsam mit ihrer behandelnden Logopädin, Ina Benning aus Gescher, eine Selbsthilfegruppe für jung gebliebene Parkinson-Patienten gegründet, zu der sie Betroffene einladen.

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