Do., 16.03.2017

Bürgerantrag fordert: Straße in Hochmoor soll umbenannt werden / Hauptausschuss diskutierte An W. von Braun scheiden sich die Geister

Bürgerantrag fordert: Straße in Hochmoor soll umbenannt werden / Hauptausschuss diskutierte : An W. von Braun scheiden sich die Geister

Wird die von-Braun-Straße in Hochmoor umbenannt oder nicht? Im Hauptausschuss fiel zu dieser Frage, die ein Bürgerantrag aufgeworfen hatte, am Mittwoch noch keine Entscheidung. Demnächst soll der Bezirksausschuss Hochmoor ebenfalls darüber beraten. Foto: Helene Wentker

Gescher/Hochmoor (wr). Die Von-Braun-Straße in Hochmoor bewegt die (politischen) Gemüter. In einem Bürgerantrag ist die Umbenennung dieser Straße gefordert worden.

Von Helene Wentker

Lebhaft und ausgiebig diskutierten Politiker aller Fraktionen diese Frage am Mittwochabend im Hauptausschuss. Um das Abstimmungsergebnis vorweg zu nehmen: Da in der CDU noch Diskussions- und Klärungsbedarf besteht, vertagte man auf Antrag von Brigitte Kormann (SPD) eine Entscheidung und verwies das Thema an den Bezirksausschuss. Dieser Beschluss fiel bei zehn Ja- und drei Nein-Stimmen. Einmütig sprach sich der Ausschuss ferner dafür aus, die Verwaltung zu beauftragen, auch andere für eine Umbenennung in Betracht kommende Straßen zu prüfen.

Die von-Braun-Straße leitet ihren Namen von Dr. Wernher von Braun ab. Heute gilt die Rolle des Ingenieurs von Braun während der NS-Zeit als sehr umstritten. Darauf zielt auch die Begründung des Bürgerantrags.

Gescher steht mit der aktuellen Grundsatzdiskussion heute nicht allein. Auch in anderen Kommunen im Münsterland und bundesweit gebe es Diskussionen über Straßenumbenennungen aufgrund der Funktionen und Stellungen der Namensgeber im der Zeit des Nationalsozialismus, heißt es in der Verwaltungsvorlage. Die Verwaltung hatte der Politik neben Umbennenung oder Beibehaltung des Straßennamens als dritte Option vorgeschlagen, eine Hinweistafel zur Person des Namensgebers unter dem Straßenschild anzubringen.

Dies erschien Andreas Langer (SPD) nicht hinreichend. Dass der Name „Anteil am Gräuel seiner Zeit hatte“, bestätigte auch CDU-Fraktionschef Egbert Kock. Allerdings sah er für seine Fraktion das Thema noch nicht ausreichend diskutiert. Und: „Wir müssen in größerem Kreis diskutieren“, forderte Kock. Den Faden griff Mark Jaziorski (SPD) auf. Er befürwortete, hier ein Projekt für Geschichtslehrer und Schüler an Real- und Gesamtschule anzuregen. „Das ist eine spannende Sache.“ Bürgermeister Kerkhoff ergänzte, dass an der Uni zum Thema geforscht werden und dass sich auch Stadtarchivar Froning weiter damit befassen könne. | Lesen Sie den ausführlichen Bericht über die Debatte und einen Kommentar am Freitag in der Printausgabe unserer Zeitung

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