Fr., 17.03.2017

Dr. Hermann Vortmann hat mit „Schul-Leben“ ein neues und sehr persönliches Buch vorgelegt „Das Ende der Langeweile“

Dr. Hermann Vortmann hat mit „Schul-Leben“ ein neues und sehr persönliches Buch vorgelegt : „Das Ende der Langeweile“

Foto: az

Gescher. „Eigentlich wollte ich in die Schule gehen, versprach der bevorstehende Besuch doch das Ende der Langeweile.“

Von Helene Wentker

Mit diesen Worten beginnt sein neuestes Buch „Schul-Leben“, das Dr. Hermann Vortmann soeben veröffentlicht hat. Von solcher Betrachtung des Sechsjährigen ausgehend dürfte „Langeweile“ nie wieder ein Thema gewesen sein im Leben des bekannten und engagierten Gescheraners. Heute sind seine Enkel, ein Zwillingspaar, etwa so alt wie er damals. Was liegt da näher, als dem Opa das berühmte Buch der leeren Seiten „Opa, erzähl mal“ zu schenken? Damit war der Anstoß gegeben. So machte sich Dr. Vortmann ans Werk und schuf ein neues Buch, in dem er „Schule über sechzig Jahre in längerem Prozess und aus verschiedenen Perspektiven erlebt und darstellt“. Und obwohl sein „Schul-Leben“ auf eigenen Erlebnissen basiert, ist es doch eine „fiktive Biografie“. Denn zwei Kriterien waren zu erfüllen: „Ich bleibe – auch im Ruhestand – an meine Amtsverschwiegenheit gebunden. Und es galt, allgemeine Persönlichkeitsrechte zu beachten“, sagt Dr. Vortmann.

So führt er den Leser durch „Schul-Leben“ und seine persönlichen Erinnerungen an lustige Begebenheiten weiter zu der Frage, wie sich das „System Schule“ aus Sicht eines Schulleiters darstellt, der ein Kollegium führt. Oder – im Kapitel „Hamburg“ – wie er seine Zeit als Chef eines „katholischen Schulverbandes mit 21 Schulen in privater Trägerschaft (einem bundesweit einmaligen System) erlebte.

Als Autor wendet sich Vortmann „an Leute, die sich für solche Schul-Fragen interessieren: An Lehrerkollegen, an Leser, die das Erzählte mit ihren Erinnerungen an Schule vergleichen, an hinter-den-Kulissen-Interessierten: Ich möchte unterhalten und ein wenig aufklären. Und das in einer Lebensphase, in der man Bilanz zieht.“ Das sagt der Gescheraner über sein Buch, für das er mit Überarbeitungen ein Jahr lang gebraucht hat und das zunächst in einer Auflage von 500 Exemplaren im agenda-Verlag zum Preis von 14,90 Euro erschienen ist. Erhältlich sei „Schul-Leben“ in Gescher in „Ihr Buchladen“.

Immer wieder beeindruckend sind die vielen erinnerten und persönlich erzählten Passagen. Dr. Vortmann schmunzelt: „Danach bin ich schon oft gefragt worden: Ich hab ein gutes Gedächtnis, hinzu kommt die Fiktionalisierung“, sagt er schlicht.

Ob Schule heute besser als gestern war? Das ist eine Frage, vor der sich der ausgewiesene Schulexperte hütet. Zwar schätzt er an der Gegenwart, dass „das einzelne Kind mit seinen Stärken und Schwächen im Fokus steht.“ Andererseits habe es früher „eine andere Zusammenarbeit zwischen Eltern und Schule gegeben, wo man sich eher einig war, am selben Strang zu ziehen.“ Dennoch. „Jede Zeit hat ihre eigene Bewertung. Man braucht Respekt vor der jeweiligen Epoche“, mahnt Dr. Vortmann nachdrücklich.

Zurück zu einer seiner liebsten Lebensrollen: Das „Opa, erzähl mal“-Buch hat er für seine Zwillingsenkel natürlich auch längst vollendet. Es sei „herausgefräst worden“ aus dem neuen „Schul-Leben“, antwortet Dr. Vortmann lächelnd. Und wenn er den Kleinen erzählt, „dann geht das stets anlassweise“, wie das in der Welt siebenjähriger Grundschüler so ist. Doch sicher weiß dieser Opa allzu gut, wie das Wörtchen „Langeweile“ auf einem langen Marsch durchs Schulleben erst gar keine Chance bekommt.

0 Dr. Hermann Vortmann hat sein neuestes Buch „Schul-Leben“ herausgebracht. Aus seinen Erfahrungen entstand die vorliegende Erzählung.

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