Mi., 11.10.2017

Von eingetragener Lebenspartnerschaft in die Ehe: Mareike und Lena Rummel haben den Schritt getan Weit mehr als ein Federstrich

Von eingetragener Lebenspartnerschaft in die Ehe: Mareike und Lena Rummel haben den Schritt getan: Weit mehr als ein Federstrich

Ehe für alle: Als erstes Paar in Gescher sind Mareike Rummel (r.) und ihre Frau Lena Rummel, geborene Preckel, aus der eingetragenen Lebenspartnerschaft in die Ehe gegangen. Standesbeamter Jürgen Tubes beurkundete jetzt die Entscheidung im Rathaus. Foto: Kortbus

Gescher. „Für sie war ihr Fest im letzten Jahr einzigartig. Und für mich war es auch einzigartig schön.“ Standesbeamter Jürgen Tubes bringt auf den Punkt, was Mareike Rummel und ihre Frau Lena, geborene Preckel, ein Jahr später noch mit leuchtenden Augen beschreiben: Das Paar hatte am 2. September 2016 seine eingetragene Lebenspartnerschaft auf dem Standesamt Gescher geschlossen; auch mit kirchlichem Segen, den Pfarrer Rüdiger Jung damals in der Evangelischen Gnadenkirche spendete (wir berichteten).

Von Helene Wentker

Ein Jahr später, am 5. Oktober, stehen die beiden Frauen wieder vor Jürgen Tubes und wandeln ihre Lebenspartnerschaft in eine Ehe um. Sie sind damit die Ersten in Gescher, die von dieser neuen gesetzlichen Möglichkeit Gebrauch gemacht haben. Schon am heutigen Donnerstag werde ein zweites Paar folgen und denselben Schritt tun, informiert Tubes.

Der Standesbeamte denkt gern an diese Feier im September 2016 zurück. „Alles war so positiv.“ Dass und wie das junge Paar Mareike und Lena seinen Schritt in der Öffentlichkeit so offen gemacht hatte, beeindruckte Tubes. Die beiden jungen Frauen hatten damals auch im Gespräch mit unserer Zeitung sehr offen über ihre Freude und ihren großen Tag berichtet. Entsprechend positiv fiel die Resonanz aus: „Viele haben uns angesprochen, haben uns gratuliert“, sagen die beiden Gescheranerinnen heute.

Dass sie jetzt aus der eingetragenen Lebenspartnerschaft in die Ehe gegangen sind, war für beide nur folgerichtig. Doch gefeiert haben sie das „nur“ daheim bei einem guten Essen. „Unsere Traumhochzeit war 2016, und es ist unvergesslich“, sagt Mareike Rummel. Familie und Freunde hätten das ähnlich gesehen: „Ihr seid seit einem Jahr verheiratet....“, hätten viele geantwortet auf die Ankündigung, die neue gesetzliche Möglichkeit umzusetzen. Und so steht auf der Eheurkunde vom 5. 10. erklärend dazu, dass sie auf der Lebenspartnerschaft, geschlossen am 2. 9. 2016, gründet.

Wie das erste Ehejahr war? „Total langweilig. Es hat sich nämlich nichts geändert“, antworten beide unisono und lachen: Nur in ihre Wohnung, in der sie seit 2013 leben, hätten sie mit einem Anstrich „frischen Wind“ gebracht. Auch ihr Golden Retriever Edda lebe noch – und werde in manchem Urlaub von Mareikes Eltern betreut, während die beiden jungen Ehefrauen zu Bergtouren aufbrechen. „Zwei Wochen in Wanderklamotten bei herrlichem Wetter“: Diesen Traum hatten Mareike und ihre Frau Lena gemeinsam. So machten sich die beiden auf den Weg und schafften am Ende auch Ziele, die nur „Alpinerprobte“ ansteuern sollten. „Wir waren total fertig, aber wir haben es geschafft“, beschreiben beide ein schönes Bild für einen Lebensweg zu zweit.

Dann ist da noch der erste Hochzeitstag, den das Paar „in einem Wellnesshotel mit allem Schickimicki“ feierte. Und an dem sie ihre „Zeitkapsel“ öffneten, die ihnen ihre Gäste auf der Hochzeit schenkten. Jeder hatte da eine Erinnerung oder kleine Gabe in eine Streichholzschachtel verpackt, die es am besagten ersten Hochzeitstag zu öffnen galt. Von denkwürdigen Erinnerungssprüchen bis zum kleinen Sorgenfresser „bei Streit in der Ehe“ oder Perlen der Freude und Tränen reichten die originellen Ideen. Sie brachten Erinnerungen zurück an einen Tag, den Mareike und Lena Rummel ebenso wie schon Standesbeamter Jürgen Tubes „einzigartig“ nennen.

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