Mi., 27.12.2017

Glockengießerei: Andreas Hahner hat das Unternehmen verlassen / Gespräche über Nachfolge laufen Geschäftsführer nimmt Abschied

Glockengießerei: Andreas Hahner hat das Unternehmen verlassen / Gespräche über Nachfolge laufen: Geschäftsführer nimmt Abschied

Andreas Hahner (l). hat seine Aufgabe als Geschäftsführer der Glockengießerei Gescher beendet. Unser Bild zeigt ihn mit Markus Breuer, Vertriebsleiter sowie Teamleiter Kunstguss, bei der Planung eines Goethe-Denkmals für Südkorea. Foto: Archiv

Gescher. Andreas Hahner hat die Glockengießerei Gescher verlassen. Am vergangenen Freitag saß der Geschäftsführer zum letzten Mal an seinem Schreibtisch in dem Traditionsunternehmen an der Hauptstraße.

Von Helene Wentker

21 Monate lang hat der 62-Jährige die Geschicke der Glockengießerei gelenkt. Es sei eine gute und eindrucksvolle Zeit gewesen, sagte Hahner an seinem letzten Arbeitstag im Gespräch mit unserer Zeitung. Sein Vorgänger, Rainer Esser, hatte den Mann aus Oelde seinerzeit in das Unternehmen geholt und eingearbeitet. Für seine Entscheidung, die Aufgabe als Geschäftsführer jetzt zu beenden, nannte Hahner „unterschiedliche Meinungen“ zwischen ihm und den Gesellschaftern „über die Ausrichtung des Unternehmens“. Er sei gern in der Glockengießerei und in Gescher gewesen und gehe nicht im Bösen, betonte der scheidende Geschäftsführer. Und weiter: „Viele Wege führen zum Ziel. So, wie ich den weiteren Weg als Idee eingebracht habe, war es nicht gewollt.“

Grundsätzlich stelle sich für Glockengießereien heute die Frage: „Wie stellt sich das Unternehmen – mit seinen weiteren Aufgabenbereichen wie beispielsweise dem Kunstguss – auf, wenn künftig immer weniger Glocken benötigt und gegossen werden?“ Zwar würden derzeit noch Stahlguss-Glocken aus Kriegszeiten ausgetauscht. Doch für Hahner steht fest: „Das ist eine vorübergehende Phase, bis auch dieser Bedarf gedeckt ist.“ Ferner gelte es zu sehen, dass alte Glocken auf dem Markt seien und zum Verkauf angeboten würden – selbst wenn es nicht einfach sei, eine Glocke zu finden, die sich harmonisch in ein bestehendes Geläut einpasse.

Dass der Geschäftsführer geht, hat die Belegschaft laut Hahner verhalten aufgenommen. „Es fällt den 25 Mitarbeitern schwer, nicht zu wissen, wie es personell weitergeht.“ Natürlich seien die Gesellschafter auf der Suche nach seinem Nachfolger, betont Hahner. Gespräche liefen, doch eine Entscheidung sei noch nicht gefallen. So wird Hahner seinen Nachfolger auch nicht einarbeiten können, wie es zuvor Rainer Esser für und mit ihm tat. Allerdings habe er die Übergabe schriftlich vorbereitet und stehe bei Fragen auch in der nächsten Zeit zur Verfügung, so Hahner. Er selbst werde jetzt eine mehrmonatige Pause einlegen. Im Frühjahr 2018 möchte Andreas Hahner beruflich wieder durchstarten und setzt auf den Bereich Maschinenbau – sein Spezialgebiet. Dass er sich zur Ruhe setzt, kann sich der 62-Jährige „noch nicht“ vorstellen.

Spaß gemacht habe die Zeit in der Glockenstadt. Viel gelernt habe er von und in diesem alten Handwerk. Glockenguss sei schon etwas Besonderes, betont Hahner. Auch die Belegschaft lobt er: „Die Leute sind hochmotiviert, willig und eine eingeschworene Gemeinschaft.“

Er selbst habe in seiner Gescher-Zeit Bekanntschaften und Freundschaften, etwa mit Franz-Josef Menker, geschlossen. Diese Verbindungen wolle er weiterhin pflegen. Auch seine zweite Heimat, das Domhotel, wo Hahner zweimal wöchentlich übernachtete, behält er in guter Erinnerung. „Das Zimmer mit Balkon“ habe er sehr gemocht, lacht Hahner.

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