Do., 11.01.2018

Amprion schlägt Trasse im westlichen Kreisgebiet vor / Landwirte sind erleichtert / „Am Ball bleiben“ Gescher bleibt von A-Nord verschont

Amprion schlägt Trasse im westlichen Kreisgebiet vor / Landwirte sind erleichtert / „Am Ball bleiben“: Gescher bleibt von A-Nord verschont

A-Nord-Projektleiter Klaus Wewering stellte gestern in Wesel den Vorzugskorridor für die Stromleitung vor. Foto: and

Gescher (js). Im September protestierten rund 100 Landwirte und Bürger in Gescher im strömenden Regen gegen die Stromautobahn A-Nord. Gestern durften sie und alle möglicherweise Betroffenen aufatmen: Der Netzbetreiber Amprion GmbH stellte in Wesel seine Pläne für die künftige Erdkabelverbindung vor, ohne dass Gescher tangiert wird. Der Vorzugskorridor verläuft durch den westlichen Kreis Borken, teilweise parallel zur holländischen Grenze. Allerdings kommen auch noch Ausweichtrassen in Betracht, von denen Gescher-Estern wiederum betroffen sein könnte – die endgültige Entscheidung trifft voraussichtlich 2019 die Bundesnetzagentur in Bonn.

Von Jürgen Schroer

In Gescher lösten die Nachrichten von Amprion Freude und Erleichterung aus. „Das ist für die Stadt Gescher und den ländlichen Teil unserer Stadt enorm gut“, meinte Bürgermeister Thomas Kerkhoff. Es sei in jedem Fall ein Schritt in die richtige Richtung. Auf der anderen Seite warnte der Verwaltungschef davor, jetzt „die Sektkorken knallen zu lassen“. Die Amprion GmbH habe einen Vorzugskorridor benannt. Die eigentliche Entscheidung falle bei der Bundesnetzagentur nach einem umfangreichen Beteiligungsverfahren. „Wir können heute ein bisschen aufatmen und müssen froh sein, wenn es am Ende dabei bleibt“, so Kerkhoff.

„Das ist gut für Gescher“, kommentierte Ortslandwirt und LOV-Vorstandsmitglied Bernhard Bronnert die Korridor-Wahl von Amprion. Die hiesige Landwirte hätten bis dato befürchtet, dass die A-Nord-Leitung mit der Erdgasleitung Zeelink gebündelt werden könnte. Dass nun ein Korridor im westlichen Kreis favorisiert werde, sei sehr positiv. „Da haben wir erfolgreich Widerstand geleistet“, sagte Bronnert mit Blick auf die Demo im September und weitere Aktivitäten der Landwirte. Auch ohne A-Nord sei der ländliche Raum in Gescher mehr als genug belastet.

Manfred Höing, Sprecher der Bürgerinitiative gegen A-Nord, zeigte sich erleichtert. „Das ist eine gute Botschaft“, meinte er. Mit dem vorgeschlagenen Korridor sei Gescher erst einmal aus dem Schneider. Gleichzeitig warnte Höing davor, jetzt die Hände in den Schoß zu legen. Gescher müsse weiter am Ball bleiben und darauf hinwirken, dass es beim westlichen Korridor bleibe. Hilfreich könne ein Schreiben der Stadt an die Bundesnetzagentur sein, in dem sie ihre Position darlege. Für den Fall, dass eine Trassenführung durch Gescher wieder Thema werde, kündigte Höing erneut „massiven Widerstand“ an. Höing: „Wir müssen aufpassen.“

Google-Anzeigen
Anzeige


http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5417700?categorypath=%2F2%2F798623%2F798631%2F947616%2F