Mo., 14.05.2018

Gescher Gucken, tasten, Ohren dranhalten

Gescher: Gucken, tasten, Ohren dranhalten

Schon mal probesitzen auf dem Wasserbett: (v.r.) Philipp Schulte (Sparkasse Westmünsterland), Hiltrud Schmitz und Wolfgang Fuchs (Förderverein Haus Hall) mit Inga Lünterbusch, Silke Mers und Martina Blömer. Foto: az

Gescher. Für Menschen mit einem Handicap schaffen „Snoezelen-Räume“ neue Möglichkeiten. In Haus Hall konnte jetzt ein solches Projekt feierlich abgeschlossen werden – dank der Hilfe von Sponsoren.

Von Allgemeine Zeitung

Niederländische Therapeuten haben das Wort „Snoezelen“ neu geschaffen, zusammengesetzt aus „snuffelen“ und „doezelen“. Es geht um entspannen und wahrnehmen in einem extra dafür eingerichteten Raum. Vor allem Menschen mit schwerer Behinderung finden hierin Sinnesanreize, aber auch Ruhemöglichkeiten, die individuell auf sie eingestellt werden können.

„Die Planungen dauerten Jahre, aber dann ging alles ganz fix“, bedankte sich Lu-kas Tekampe bei allen Beteiligten. Er leitet die Freizeitangebote „Treffpunkt Mensch“ der Stiftung Haus Hall. Der Sozialpädagoge hob die enge Zusammenar-beit mit dem Förderverein Haus Hall hervor. Hiltrud Schmitz von dessen Vorstand sprach gute Wünsche aus und auch die Erwartung, dass der komplett neu ausgestattete Raum möglichst vielen Menschen zugute kommen solle. „Es ist einfach toll geworden!“

18 000 Euro hatte der Förderverein Haus Hall frühzeitig zugesagt. „Wir wollen aber grundsätzlich keine 100-Prozent-Finanzierung leisten“, erinnerte Schmitz in ihrer Ansprache im Rahmen der kleinen Einweihungsfeier. Die Stiftung Haus Hall renovierte mit ihren Mitteln die Räume im Freizeithaus, baute eine Zwischenwand und eine Schiebetür ein. Der Treffpunkt Mensch bemühte sich um weitere Sponsoren – mit Erfolg: Die Sparkasse Westmünsterland sponserte 2000 Euro. Die Realisierung ging dann in nur zwei Wochen über die Bühne.

Zwei Wasserbetten und Liegeflächen, die wahlweise warm oder kühl sind, stehen zur Verfügung. Aus den Lautsprechern kommt die passende Musik. Ein Projektor zaubert Lichteffekte an Decke und Wand. Die Wassersäule blubbert und lädt dazu ein, sie anzufassen und das Ohr daran zu halten. Weitere Materialien bieten sich an, um Sinnesreize aufzunehmen oder mit Gegenständen zu hantieren.

„Die Menschen, die hierher kommen, brauchen mehr Hilfe als früher“, erklärte Tekampe zum Konzept. Deshalb sei der neue Raum besonders auf Rollstuhlfahrer ausgerichtet – und auf rückenschonendes Arbeiten für die Betreuer. „Letzten Endes ist hier nicht allein die gute Ausstattung wichtig, sondern für viele Besucher auch die Nähe von Mensch zu Mensch.“

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