Fr., 05.12.2014

Pädagogen schätzen das Medienprojekt „Klasse“ / Schüler können analysieren und selbst produzieren Zeitung lesen statt Lehrbuch wälzen

Coesfeld/Rosendahl. Sie sind dabei seit das Medienprojekt „Klasse!“ im Jahr 2002 seine Premiere erlebte und halten ihm seither die Treue: Friederike Mikus, Lehrerin für Deutsch, Englisch und Kunst an der Sekundarschule Rosendahl/Legden, und Wolfgang Kuprat, Lehrer für Deutsch und Geschichte am Heriburg-Gymnasium. An beiden Schulen wird in der Jahrgangsstufe 8 das „Klasse!“-Projekt im Rahmen des Deutschunterrichts durchgeführt. Im Interview mit Redaktionsmitglied Christine Tibroni erzählen die beiden Pädagogen, inwiefern das Projekt dem Schulalltag eine besondere Note gibt.

Von Allgemeine Zeitung

Welche Erfahrungen haben Sie mit dem Projekt „Klasse!“ gemacht?

Friederike Mikus: „Klasse!“ bedeutet vier Wochen lang einen ganz anderen, viel offeneren Unterricht zu erleben. Zeitung lesen satt Lehrbuch wälzen – den Schülern macht das immer viel Spaß, zumal sie ihr Lerntempo selbst bestimmen können.

Wolfgang Kuprat: Das ist auch meine Erfahrung. Der Unterricht ist sehr schülerbestimmt.

Was gefällt den Schülern besonders gut an dem Projekt?

Kuprat: Für die Schüler ist es wichtig, nicht nur zu analysieren, sondern auch selbst zu produzieren. Selbst recherchierte und geschriebene Texte in der Zeitung wiederzufinden, ist für die Schüler immer etwas Besonderes.

Mikus: Das ganze Paket kommt immer wieder gut bei den Schülern an: Die intensive Beschäftigung mit der Zeitung, das Verfassen eigener Texte, der Besuch eines Redakteurs in der Schule und der Besuch der Schüler in der Lokalredaktion. Mit einer Klasse habe ich das Projekt auch dahingehend ausgeweitet, dass wir eine Dokumentation für einen Tag der offenen Tür an unserer Schule erstellt und ein Online-Team gebildet haben, das auf der Schul-Homepage über das Projekt informierte.

Wie sieht es aus mit der Nachhaltigkeit, befassen sich die Schüler auch über das Projekt hinaus mit der Tageszeitung?

Mikus: Es gibt sicher Schüler, die sich auch nach dem Projekt aus der Zeitung informieren. Ich weiß, dass einige zu Hause bestimmte Rubriken lesen, auf die sie vorher nicht geachtet haben, zum Beispiel die Leserbriefe.

Kuprat: Als wir „Klasse!“ noch in der Jahrgangsstufe 10 durchgeführt haben, war die Nachhaltigkeit sicher höher, weil das Projekt für einige Schüler auch berufliche Perspektiven öffnete und weil mehr mit den meinungsbetonten Stilformen gearbeitet wurde.

Nennen Sie drei Gründe, warum „Klasse!“ sinnvoll und wichtig ist.

Mikus: Über das Projekt finden Jugendliche den Zugang zur Zeitung, der vielfach nicht mehr selbstverständlich über das Elternhaus erfolgt. Sie erfahren, dass es mehr gibt als Facebook und WhatsApp, um sich zu informieren.

Kuprat: Sie lernen den kompetenten und kritischen Umgang mit Medien und sie können selbst kreativ werden.

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