Do., 28.04.2016

Urteil im Drogenprozess Sendenhorster bleibt auf freiem Fuß

 

 

Sendenhorst/Münster - 

Im Prozess um den unerlaubten Handel mit Betäubungsmittel in großem Umfang hat das Gericht die Urteile gesprochen. Der Beteiligte aus Sendenhorst kommt mit einer Bewährungsstrafe davon.

Von Hans-Erwin Ewald

Das Urteil ist gefallen: Im Prozess um den unerlaubten Handel mit Betäubungsmittel in großem Umfang, hat die 3. Große Strafkammer nach acht Verhandlungstagen zwei der vier Angeklagten zu von fünfeinhalb Jahren beziehungsweise drei Jahren und sechs Monate Freiheitsstrafe verurteilt. Die übrigen beiden, ein 36-jähriger Unternehmer aus Sendenhorst und ein Mann aus Rietberg, erhielten Freiheitsstrafen von zwei Jahren, die zur Bewährung ausgesetzt wurden.

Keiner der Angeklagten sei zur Tatzeit in seiner Einsichts- und Steuerungsfähigkeit erheblich beeinträchtigt gewesen, urteilte das Gericht. Für den Sendenhorster fußte die Bewährungsstrafe auf Beihilfe zum Handel mit Amphetaminen in sieben sowie eigenständigem Handel in 34 Fällen mit Amphetaminen und teils mit Kokain. Die Bewährungszeit setzte das Gericht auf drei Jahre fest. In dieser Zeit hat sich der 36-Jährige straffrei zu führen und wird der Aufsicht eines Bewährungshelfers unterstellt. Darüber hinaus muss er 4000 Euro an die DKMS-Organisation zahlen. Bei der Urteilsfindung für den Sendenhorster kam unter anderem begünstigend hinzu, dass er bisher unbescholten geblieben war.

Das Urteil dürfte die Angeklagten nicht mehr überrascht haben. Zu Beginn des Prozesses kam es zu einem Gespräch zwischen den Prozessbeteiligten, dass bei einem glaubhaften Geständnis der Angeklagten eine Strafobergrenze nicht überschritten werde. Rückblickend hielt der Richter den Angeklagten aus Sendenhorst, Lüdinghausen, Rietberg und Selm noch einmal ihre Tatbeiträge vor Augen. Von Sommer 2012 bis Mai 2015, hatten sie in unterschiedlichem Umfang und teilweise abweichenden Beteiligungen mit Betäubungsmitteln gehandelt.

In seiner Urteilsbegründung hob der Vorsitzende Richter hervor, dass die beiden Angeklagten aus Sendenhorst und Rietberg annehmbare Geständnisse abgelegt und schon vor Prozessbeginn umfangreich zur Aufklärung der Taten beigetragen hätten.

Das allerdings treffe auf die mehrfach vorbestraften Angeklagten aus Selm und Lüdinghausen nicht zu. Sie hätten ihre Geständnisse erst im Hauptverfahren abgelegt. Neben den Freiheitsstrafen ordnete das Gericht für den 27 Jahre alten Drogenabhängigen aus Selm die Unterbringung in eine Entziehungsanstalt an.

Für den Angeklagten aus Rietberg wurde diese zur Bewährung ausgesprochen. Er muss seine laufende Therapie zu Ende bringen. Mit der Maßregel folgten die Richter den Einschätzungen des Sachverständigen. Der Facharzt hatte in seinem Gutachten den Angeklagten einen Hang zum Drogenkonsum attestiert.

Der 49-jährige Lüdinghauser hatte das Gericht diesbezüglich nicht überzeugt. Für ihn ordnete das Gericht keine stationäre Therapie.

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