Mo., 02.05.2016

Frühjahrsputz im Schwimmbecken So starten die Freibäder im Münsterland in die Saison

Frühjahrsputz im Schwimmbecken : So starten die Freibäder im Münsterland in die Saison

Noch fehlt das Wesentliche: Wasser. Am 14. Mai öffnet das Freibad in Burgsteinfurt wieder. Foto: Jürgen Peperhowe

Münsterland - 

Im Mai öffnen die meisten Freibäder im Münsterland. Derzeit laufen allerorten intensive Vorbereitungsarbeiten. Mit ein bisschen Rasenmähen und Wasser-Einlassen ist es allerdings nicht getan. WN live hat sich vor Ort angeschaut, wie viel Arbeit hinter der pünktlichen Eröffnung steckt.

Von Mirko Heuping

So leer gefegt wie in diesen Tagen ist das Becken des Burgsteinfurter Freibads selten. Einzig ein paar Handwerker und einige Mitarbeiter der Steinfurter Bäder laufen hin und wieder durch das 50 Meter lange Wasserbassin. Reinigen, ausbessern, vorbereiten.

Im Sommer tummeln sich an dieser Stelle bei gutem Wetter Hunderte Besucher im kühlen Nass. Doch auch nach der Freiluft-Saison wabert weiterhin Wasser durch das Becken. Würden es die Schwimmmeister im Spätsommer ablassen, könnte Frost den Betonboden während der Wintermonate hochdrücken und so schwere Schäden verursachen.

Das Wasser wirkt als schützendes Gewicht dagegen. Von einem Sprung in die Fluten kann Bäderleiter Markus Heerdt dennoch außerhalb der Saison nur abraten. Nicht nur weil es unbeheizt verdammt kalt ist: „Das Wasser, das wir im Frühjahr abpumpen, ist grün und veralgt.“ Damit keine geschlossene Eisdecke entsteht, ist zwar eine Enteisungsanlage eingebaut, die Wassertemperatur beträgt jedoch nicht viel mehr als vier Grad.

Bädertipps

► Das Naturfreibad Olfen verzichtet gänzlich auf Chlor. Durch natürliche Reinigungsprozesse ist das Wasser dennoch sauber. Die Kulisse bietet mit 4,8 Hektar Feuchtgebiet, Wasserfall, Geysiren und Sandstrand ein besonderes Panorama.

► Das Freibad in Nottuln überzeugt durch seine Wellenfunktion. Eine Maschine verwandelt das 26 Grad warme Wasser in regelmäßigen Abständen in ein wogendes Süßwassermeer.

► Das Cabrio in Senden ist eigentlich ein Hallenbad. Eine riesige Glaswand lässt sich allerdings öffnen, sodass im Sommer Freibad-Atmosphäre entsteht.

► Besonders günstig ist das Freibad am Bullerteich in Westerkappeln. Kinder und Jugendliche zahlen trotz guter Ausstattung nur einen Euro, Erwachsene drei Euro Eintritt.

► Das Wettringer Naherholungsgebiet Haddorfer Seen verfügt über einen in einer Dünenlandschaft eingebetteten Naturbadesee mit tollem Strand und einem speziell für Kinder neu angelegten Abenteuerspielplatz.

Aufwand für Schimmmeister und Fachfirmen

Seit Anfang März sind Heerdt und sein Team dabei, das Bad für die Freiluftsaison vorzubereiten. Zwei bis drei Mitarbeiter kümmern sich bis zum Saisonstart darum, dass die Außenanlagen in Borghorst und Burgsteinfurt bis zum Saisonstart (7./14. Mai) wieder gut in Schuss sind. „Dahinter steckt ein Aufwand, den man auf den ersten Blick gar nicht sieht“, sagt Markus Heerdt, während er mit prüfendem Blick die Ausbesserungen an den Fliesen inspiziert. Die haben externe Handwerker in den vergangenen Tagen vorgenommen.

Bevor die Fachfirmen ihre Arbeit erledigen konnten, musste zunächst das Wasser abgepumpt werden. „Bei etwa zwei Millionen Liter Wasser dauert das vier bis fünf Tage“, verrät Heerdt. Die Wassermenge entspricht 10 000 bis 12 000 vollen Badewannen. Anschließend wurden alle Flächen mit dem Hochdruckreiniger abgespritzt. Zwar bietet das leicht in die Jahre gekommene 50-Meter-Becken im Sommer nicht nur ausreichend Platz für Badegäste, sondern auch für internationale Schwimm- und Wasserballturniere, doch in der Wartung bereitet es viel Arbeit.

Und nicht nur das: „Alleine die Handwerkerarbeiten kosten pro Saison 15 000 bis 20 000 Euro“, verrät Heerdt. Freibad sei stets ein Zuschussgeschäft. „Mir ist kein Bad bekannt, das sich von selbst trägt“, so der Leiter. Für die Stadt angesichts leerer Kassen Grund genug, den weiteren Betrieb des Freibades in Burgsteinfurt infrage zu stellen.

Schwierige Situation für Freibäder

Da eine endgültige Entscheidung noch nicht gefallen ist, wird derzeit nur notdürftig geflickt. „Eigentlich müsste hier auch einmal umfangreich gestrichen werden, aber das schieben wir vor uns her“, sagt Heerdt mit einem Achselzucken. Er hat seine eigene Meinung zur Bedeutung von Freibädern: „Auch Sportvereine werden bezuschusst. Wenn man mal schaut, wie viele Aktivitäten hier im Sommer stattfinden und wie viele Schüler hier ihr Schulschwimmen veranstalten, dann lohnt sich der Betrieb nach wie vor.“

Damit die Gäste Mitte Mai alles zu ihrer Zufriedenheit vorfinden, wartet noch viel Arbeit auf Mitarbeiter der Steinfurter Bäder. Vom wöchentlichen Rasenmähen über die Grundreinigung und Instandsetzung der Umkleidekabinen und Toiletten, das Beschneiden von Hecken und Bäumen sowie das Polieren der Rutschen bis zur Befüllung des Beckens mit Wasser – Langeweile herrscht definitiv keine. Auch die Technik muss regelmäßig überprüft werden. Laufen die Pumpen? Muss die Filteranlage ausgetauscht oder nur gereinigt werden? Stimmt die Chlormenge? Alles Dinge, die Heerdt und sein Team beachten müssen. Kurz vor Eröffnung der Sommersaison muss das zehn Grad kalte Wasser noch aufgeheizt werden. Die verhältnismäßig angenehmen 24 bis 26 Grad werden durch Bio-Wärme erreicht. Dadurch ist der erste Sprung ins Wasser für die Badegäste nur noch halb so schlimm – selbst für die Frostbeulen unter ihnen. . .

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