So., 01.05.2016

Trotz Altersbeschränkung: Mehr als 500 Jugendliche Maifeier auf der Kanalinsel: Party nur mit Ausweiskontrolle

Unter 16-Jährige hatten keinen Zutritt zur inoffiziellen Maifeier am Dortmund-Ems-Kanal. Polizei, Ordnungsamt, Rettungskräfte und Sozialarbeiter zeigten Präsenz.

Unter 16-Jährige hatten keinen Zutritt zur inoffiziellen Maifeier am Dortmund-Ems-Kanal. Polizei, Ordnungsamt, Rettungskräfte und Sozialarbeiter zeigten Präsenz. Foto: mlü

Münster-Hiltrup - 

Mehr als 500 Jugendliche pilgerten mit umgebaute Bollerwagen, mobilen Zapfanlagen und großen Bassboxen nach Hiltrup: Eine Wiese am Emmerbach auf der Kanalinsel verwandelt sich jedes Jahr am Maifeiertag in ein regelrechtes Festivalgelände – gleichwohl: Einen offiziellen Veranstalter gibt es nicht. Gerade deswegen haben die Stadt Münster und die Ordnungskräfte die Feier im Blick.

Von Markus Lütkemeyer

Erstmals wurde das Treffen auf der Kanalinsel von der Politik als „jugendgefährdend“ eingestuft. Diese Einschätzung gestattete dem Ordnungsamt und dem Amt für Kinder, Jugendliche und Familien weitreichende Eingriffsmöglichkeiten. Zum Beispiel: Eine Einlasskontrolle für die Kanalinsel. Das Ordnungsamt prüfte am Eingang zur Straße Am Emmerbach das Alter der Jugendlichen. Unter 16-Jährige hatten das Nachsehen – sie durften nicht mitfeiern. „Das war uns wichtig“, erläutert Einsatzleiter Michael Thomas vom Ordnungsamt der Stadt Münster. Anders als im vergangenen Jahr wurden jedoch keine Toilettenhäuschen aufgestellt. Auch um dem Eindruck entgegenzuwirken, es handele sich bei den Maifeierlichkeiten um eine Veranstaltung der Stadt. „Es gibt keinen Veranstalter, wir sorgen hier nur für Ordnung“, so Thomas.

Viele Jugendliche waren bereits stundenlang unterwegs, hatten zu wenig gegessen und zu viel Alkohol getrunken, als sie in Hiltrup ankamen. Der Arbeitersamariterbund und das Deutsche Rote Kreuz musste zehn Jugendliche mit Alkoholvergiftung behandeln.

Zukunftsängste, Probleme in der Familie oder Beziehungsstress – der Alkohol spülte all das nach oben. Beratung, Schatten, eine Flasche Wasser sowie Rat und Tat gab es in einem Zelt der Präventionskampagne „Voll ist out“. Projektkoordinatorin Carolin Gilles und der Hiltruper Diplom-Sozialpädagoge Bernd Gaußelmann-Reinhardt vom Begegnungszentrum 37 Grad sprachen Jugendliche an, denen es erkennbar schlecht ging.

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