Di., 03.05.2016

Alstätter wurde zunächst das Fahrrad gestohlen und dann mit Drogen erwischt 25-Jährigem vergeht nach Urteilsverkündung die gute Laune

Zwar nicht in Handschellen verließ der 25-jährige Alstätter den Gerichtssaal, dennoch muss der Mann ins Gefängnis sollte das Urteil rechtskräftig werden.

Zwar nicht in Handschellen verließ der 25-jährige Alstätter den Gerichtssaal, dennoch muss der Mann ins Gefängnis sollte das Urteil rechtskräftig werden. Foto: dpa

Ahaus/Alstätte - 

Die gute Laune dürfte dem 25-jährigen Alstätter vergangen sein. Winkte der Angeklagte am Montag vor Verhandlungsbeginn noch grinsend den sechs Zuschauern im Amtsgericht Ahaus zu, war er nachher ganz ruhig. Zu einer sechsmonatigen Freiheitsstrafe hatte die Richterin den zweifachen Familienvater wegen Drogenschmuggels verurteilt.

Von Rupert Joemann

Nachdem die Richterin die sechsmonatige Gefängnisstrafe ausgesprochen hatte, warteten alle auf den Zusatz, dass die Strafe zur Bewährung ausgesetzt wird. Doch dieser Zusatz blieb aus. „Was heißt das?“, fragte einer der Zuschauer seine Nachbarin. Das heißt: Der 25-Jährige muss ins Gefängnis. Vorausgesetzt die Strafe wird rechtskräftig. Noch kann der Alstätter Berufung einlegen.

Den 28. August 2015 wird der arbeitslose Mann so schnell nicht vergessen. Es war ein Tag, an dem alles für ihn schieflief. Mit seinem Schwager war er mit dem Fahrrad nach Enschede gefahren, um für 250 Euro im Coffeeshop 50 Gramm Marihuana für den Eigenbedarf zu kaufen. Dabei wurden den beiden die Räder gestohlen. So machten sie sich zu Fuß auf den Heimweg – und wurden von Polizisten nach dem Grenzübertritt mit den Drogen erwischt.

Schon sechs Wochen zuvor hatten ihn Beamte mit 1,5 Gramm Marihuana ertappt. Das Verfahren wurde jedoch am Montag eingestellt, weil es im zu erwartenden Strafmaß für das Vergehen vom 28. August keine Rolle mehr gespielt hätte.

Dreimal ist der Angeklagte bereits wegen einschlägiger Delikte von Gerichten bestraft worden, zweimal davon zu Bewährungsstrafen. „Sie sind ein bisschen unempfindlich, was Bewährungsstrafen angeht. Die Rückfallgeschwindigkeit ist sehr hoch“, sagte die Richterin mit Blick auf die nur vier Monate zwischen der Verurteilung im Frühjahr 2015 und der neuen Tat.

Dass der Alstätter weder regelmäßig Kontakt zu seiner Bewährungshelferin noch die vorgeschriebene Schuldnerberatung nachweisen konnte, verbesserte die Position des Mannes nicht.

Das erste Mal war er mit 16 Jahren wegen Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz in 24 Fällen aufgefallen. Damals musste er in Jugendarrest. Sein Verteidiger wies auf die Drogenabhängigkeit seines Mandanten hin. Der 25-Jährige habe am nächsten Tag einen ersten Termin bei der Drogenberatung Gronau. „Er will von den Drogen los. Er sollte noch einmal eine Chance kriegen, sein Leben in den Griff zu bekommen“, plädierte der Verteidiger für eine Bewährungsstrafe.

Die blieb jedoch aus. Dem 25-Jährigen droht sogar weiteres Ungemach. Derzeit laufen noch Ermittlungsverfahren wegen Leistungsbetrugs, gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr, Kokainschmuggels und Diebstahl von Krafträdern.

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