Mi., 04.05.2016

Frühjahrsblüher im Wald Farbenprächtiges Naturschauspiel

Die Schlüsselblume ist ein typischer Frühjahrsblüher. Sie kommt im Wald und im Feld vor.

Die Schlüsselblume ist ein typischer Frühjahrsblüher. Sie kommt im Wald und im Feld vor.

Lienen/Tecklenburger Land - 

Mit den ersten Sonnenstrahlen des Frühlings tauchen zunächst einzelne Blüten in Weiß, Blau oder Gelb im Waldboden auf. Schon wenige Tage später bilden sich ganze Teppiche aus Buschwindröschen, Leberblümchen und Schlüsselblumen über dem braunen Laub des Vorjahres.

Bei Spaziergängen sollte der Blick daher unbedingt nach unten schweifen. Frühjahrsblüher wachsen in unglaublicher Geschwindigkeit mit üppigen Blüten. Das ist jedes Jahr aufs Neue ein geheimnisvolles Naturschauspiel, raten die Försterinnen und Förster von Wald und Holz Nordrhein-Westfalen. Zu entdecken sind zurzeit weiße Buschwindröschen (Anemone nemorosa), schwefelgelbe Waldschlüsselblumen (Primula elatior), dottergelbes Scharbockskraut (Ranunculus ficaria), blaue Leberblümchen (Hepatica nobilis), violette Veilchen (Violaceae) oder der vielfarbige Lerchensporn (Corydalis cava).

Eine Grundregel für Waldbesucher, so der Landesbetrieb weiter, lautet: Nur gucken, nicht anfassen. Frühjahrsblüher im Wald stehen unter Naturschutz und dürfen weder gepflückt noch ausgegraben werden. Die Blumen haben ohnehin nur ein sehr enges natürliches Zeitfenster, in dem sie blühen und sich vermehren können. Deshalb sollten sie immer an ihrem Standort belassen werden. Als Blumenstrauß halten die kleinen Waldblüten ohnehin nur sehr kurz.

Botaniker nennen die krautigen Frühblüher Geophyten. Das leitet sich aus dem Griechischen ab, Ge für Erde und phyton für Pflanze. Weil sie im Winter völlig verschwunden sind, ist ihr Geheimnis unter der Erde zu suchen. Als Überwinterungsorgane kommen Zwiebeln (beim Bärlauch), Knollen (beim Scharbockskraut) oder Wurzelstöcke (beim Buschwindröschen) vor, die für die Frühjahrsblüher eine überlebenswichtige Funktion haben: In ihnen sind Nährstoffe und Energie gespeichert, die trotz der noch niedrigen Temperaturen ein schnelles Wachstum ermöglichen.

Geschwindigkeit ist für die kleinen Blumen am Waldboden das Wichtigste. Schon im Mai, wenn die Bäume mit den frisch ausgetriebenen Blättern kein Licht mehr an den Boden lassen, muss von der Befruchtung bis zur Samenreife alles erledigt sein. Bei dicht belaubten Baumkronen erreichen nur noch Bruchteile des vollen Tageslichtes den Waldboden und machen die Photosynthese für viele Arten dort unmöglich.

Einige Frühblüher aber wie Kriechender Günsel, Waldmeister, Waldbingelkraut und Lungenkraut behalten ihre Blätter auch später im Schatten des belaubten Waldes.

Die Wald-Schlüsselblume (Primula elatior) verdankt ihrem Namen der Pflanzenform, die einem Schlüsselbart ähnelt.

Waldpflanzen gehören in den Wald und Gartenpflanzen in den Garten.

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