Mi., 04.05.2016

Falsch geparkte Autos sorgen für Nachbarschaftsstreit Streit um Parkverbot eskaliert

Vor Amtsgericht Ahaus wurde das Verfahren gegen den 39-Jährigen eingestellt.

Vor Amtsgericht Ahaus wurde das Verfahren gegen den 39-Jährigen eingestellt. Foto: Matthias Hiekel, dpa

Heek - 

Jahrelang hatten sich zwei Nachbarn in Heek über nicht ordnungsgemäß geparkte Autos gestritten. Wegen Bedrohung seines Kontrahenten musste sich jetzt der 39-jährige Betreiber einer Pizzeria vor dem Amtsgericht in Ahaus verantworten.

Von Johannes Kratz

Da in der Verhandlung durch die Anhörung von Zeugen der Sachverhalt nicht eindeutig geklärt werden konnte, stellte die Richterin das Verfahren ohne Auflagen ein.

Die inzwischen geschlossene Pizzeria lag in einer Spielstraße in Heek, dort ist das Parken von Autos nur auf speziell gekennzeichneten Flächen erlaubt. Daran haben sich der Inhaber der Pizzeria, seine Lieferanten und auch Kunden zum Leidwesen eines Nachbarn aber fast nie gehalten. Ein 70-jähriger Mitanwohner, der sich gestört fühlte, hatte daher Fotos von den falsch geparkten Autos gemacht und an das Ordnungsamt weitergeleitet mit der Folge, dass der Gaststättenbetreiber regelmäßig Ordnungsgelder zahlen musste.

An einem Samstagnachmittag Ende Mai des vergangenen Jahres eskalierte der Streit zwischen den beiden Kontrahenten auf offener Straße. Dabei soll der Beschuldigte gegenüber dem Opfer laut Anklageschrift die Drohungen ausgestoßen haben: „Ich bringe dich um die Ecke“ und „In Kürze wachst du nicht mehr auf.“ Außerdem war kurz danach auf der Einfahrt des Nachbarn ein Messer gefunden worden.

Vor Gericht gab der Beschuldigte den Streit auf der Straße zu. Er stritt aber ab, den Nachbarn bedroht zu haben. Er habe den 70-Jährigen zur Rede gestellt und aufgefordert, die gerade gegemachten Fotos zu löschen, weil die Autos immer nur ganz kurz vor oder neben der Pizzeria gehalten hätten. „Ich habe ihm gesagt, reg dich nicht auf, in deinem Alter kriegt man leicht einen Herzinfarkt.“

Der 70-jährige Rentner bestätigte dagegen in seiner Aussage die Anklagebehörde. Die Sätze seien so gefallen, wie sie aus der Anklageschrift verlesen wurden. Er habe sich nach dem Streit Rat beim Heeker Dorfpolizisten geholt, der habe ihm zu einer Anzeige geraten.

Auch die Tochter des Rentners und ihr 16-jähriger Sohn waren sich als Zeugen vor Gericht sicher, die Bedrohungen aus dem Mund des Beschuldigten gehört zu haben. Sie erinnerten sich an keine Einzelheiten des Streits mehr. Eine andere Version des Streits schilderten die Ehefrau und der 18-jährige Sohn des Angeklagten in ihren Aussagen. Sie konnten sich an keine Bedrohungen erinnern.

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