Fr., 06.05.2016

Druse-Erkrankung bei Pferden Verdacht in Warendorf hat sich nicht bestätigt

Uwe Anspach/dpa

Pferde zwischen dem ersten und fünften Lebensjahr infizieren sich am ehesten mit Druse. Foto: Uwe Anspach/dpa

Münsterland - 

Es war nur ein Gerücht – doch unter Pferdebesitzern löste dieser Verdacht große Panik aus. Druse – eine hochansteckenden Infektionskrankheit – soll im Münsterland in einigen Ställen aufgetreten sein.

Von Marion Fenner

Über soziale Netzwerke wurde die Nachricht rasend schnell verbreitet. Der Reiterverein Warendorf hat aufgrund dieser Meldung sein Reitturnier im Juni vorsorglich bereits abgesagt. Mittlerweile wurde bekannt, dass sich der Druse-Verdacht aus Warendorf nach einer Laboruntersuchung nicht bestätigt hat.

Der Reiterverein St. Hubertus Wolbeck wird dennoch sein Turnier an diesem Wochenende ebenfalls nicht durchführen. „Das ist keine übertriebene Panik“, erklärt der Vorsitzende des Wolbecker Vereins, Andreas Peters. „Wir wollen nur kein Risiko eingehen, schließlich gebe es auch aus anderen Regionen Verdachtsfälle der Krankheit. „Unser Turnier findet auf zwei Privatanlagen statt, bei denen insgesamt rund 80 Pferde verschiedener Eigentümer untergebracht sind. Es wäre fatal, wenn die Krankheit dort ausbrechen würde.“ Eine Verantwortung, die der Veranstalter nicht übernehmen will.

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Das ist keine übertriebene Panik

Andreas Peters

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Druse ist eine bakterielle Erkrankung der Lymphkonoten und fängt mit Fieber und Nasenausfluss an. Erkrankte Pferde sollten sofort von gesunden getrennt werden und schnell vom Tierarzt behandelt werden, erklärt Henrike Lagerhausen, Veterinärin bei der deutschen Reiterlichen Vereinigung in Warendorf. Meist sei das erkrankte Pferd nach zwei bis drei Wochen wieder fit. Die Ansteckung erfolge über direkten Kontakt der Tiere, erklärt die Tierärztin.

Die Bakterien könnten außerdem durch Menschen oder Hunde übertragen werden. Stallhygiene sei deshalb das oberste Gebot. Pferdebesitzer sollten ihren Vierbeiner beispielsweise nie aus einem fremden Eimer trinken lassen und vor allem bei öffentlichen Veranstaltungen Abstand zu anderen Tieren halten, berichtet die Tierärztin weiter. Eine Ansteckungsgefahr besteht auch noch, wenn das Pferd äußerlich schon wieder gesund erscheint.

In seltenen Fällen kann die Krankheit auch tödlich enden. Betroffene Pferdebesitzer oder Betreiber von Pensionsställen gehen in der Regel sehr verantwortlich mit der Krankheit um, ist sich Henrike Lagershausen sicher. Sie stellen den Stall unter Quarantäne und lassen kein mehr rein oder raus. Das Problem bei Druse sei, dass die Krankheit keiner Meldepflicht unterliege. Deshalb gebe es keine abschließenden Erkenntnisse, wo die Krankheit auftrete. Vorsicht sei deshalb angebracht, Panik nicht, so Lagershausen.

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