Mo., 09.05.2016

Festival im Tennisstadion Vor dem Reformationsjubiläum setzt die Kirche auf Weite

Präses Annette Kurschus (Mitte) gemeinsam mit NRW-Familienministerin Christina Kampmann (r.) und Olav Fykse Tveit (3.v.l.) vom Weltkirchenrat während der Eröffnungsfeier.

Präses Annette Kurschus (Mitte) gemeinsam mit NRW-Familienministerin Christina Kampmann (r.) und Olav Fykse Tveit (3.v.l.) vom Weltkirchenrat während der Eröffnungsfeier. Foto: epd

Halle - 

Tennis gespielt wurde am Wochenende im Gerry-Weber-Stadion noch nicht. Zum dritten Mal nach 2004 und 2011 war das Stadion vielmehr Veranstaltungsort eines kleinen Kirchentages, dieses Mal veranstaltet von der Evangelischen Kirche von Westfalen.

Von Dierk Hartleb

Unter dem Motto „Weite wirkt“ nahmen rund 24 000 überwiegend evangelische Christen das Angebot zu ei­ner Begegnung mit 500 in­ternationalen Gästen aus Afrika, Asien und Lateinamerika an und informierten sich an den 120 Ständen von Gemeindegruppen, nahmen an einem der prominent besetzten Foren teil oder wohnten einem der Konzerte – unter anderem mit Adel Tawil – bei.

Zum großen Themenkomplex Flüchtlinge meinte der Ratsvorsitzende der EKD, Dr. Heinrich Bedford-Strohm, Menschen in Not zu helfen sei eine europäische Aufgabe. Viele leisteten ehrenamtlich Hilfe ohne „sauertöpfische Mienen“. Wer nicht bereit sei zu helfen, solle den Begriff christliches Abendland nicht in den Mund nehmen. In den Streit, ob der Islam zu Deutschland gehöre, wollte sich Kanzleramtsminister Peter Altmaier nicht einmischen. Er versicherte, dass es auch für die Flüchtlinge in dem griechischen Flüchtlingslager Idomeni ei­ne humanitäre Lösung geben werde.

Der namibische Minister für Armutsbekämpfung, Altbischof Dr. Zephania Kameeta (Windhoek), bestätigte der Landeskirche, sie setze mit ihrem Einsatz für Flüchtlinge und Klimagerechtigkeit „ein prophetisches Zeichen, um die Herzen und Grenzen zu öffnen“.

Für Oberkirchenrat Dr. Ulrich Möller, Chef-Organisator, war „die Weite zu spüren. Sie hat gewirkt. Diese Tage waren ein pulsierendes Zeichen dafür, dass Kirche immer den weltweiten Horizont im Blick hat“.

Und auch Präses Annette Kurschus war nach anfänglicher Skepsis, ob sich die Kirche mit dem Festival nicht übernehme, überzeugt: „Ich spüre die Kraft, die von diesem Festival ausgeht. Ich bin sicher, es stärkt auch die Partnerschaften vor Ort.“

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